Wie ich zu dem Namen komme
Es ist schon eine ganze Weile her, da war ich voll im Renovierungs- und Gestaltungsfieber, also in meinem Element (wer mich kennt) und kaum zu bremsen. An den Küchenwänden fehlte mir noch etwas, irgendwie etwas Wohnlicheres. Also auf ins Tapetengeschäft mit einer vagen Vorstellung von einer Tapetenborte oder so.
Da stehe ich nun im Maler- und Tapeziergeschäft einer süddeutschen Kleinstadt und wälze ein dickes Tapetenbuch nach dem anderen. Ich bin noch ganz vertieft in die engere Auswahl, als sich neben mir ein Verkäufer aufbaut. Er hat wohl vor, meinen Entscheidungsprozess zu beschleunigen, denn er hält ein Schreibbrett mit Lieferschein vor der Brust und den Kugelschreiber im Anschlag.
Eigentlich habe ich gar nicht vor, so konkret zu werden, schließlich muss ich meine Idee ja noch mit meinem Liebsten abstimmen. Ich lasse mich also nicht beirren - zunächst. Aber warum nicht mal mutig sein, denk ich mir so. Und bevor die Nähe des Angestellten unerträglich wird, sage ich: "Awa, i nähm dia jetzt oifach - auf eugene Fauscht! (Damals sprach ich den ortsüblichen Dialekt. Übersetzt: Ach was, ich nehme die jetzt einfach - auf eigene Faust!)
Der Verkäufer schaut etwas irritiert auf die junge Frau vor sich, zückt dann aber sein Brett und schreibt (verbal unterstützt) in die Zeile des Empfängers: EUGENE FAUST.
In Süddeutschland sagt man zu einer Eugenie, schon mal etwas schludrig Eugene. Für mich war das - vor dem Erwerb von Fremdsprachen - einfach ein altmodischer Frauenname aus der Generation der Groß- und Urgroßmutter, nix Judschien oder Öschän und so.
Da stehe ich nun im Maler- und Tapeziergeschäft einer süddeutschen Kleinstadt und wälze ein dickes Tapetenbuch nach dem anderen. Ich bin noch ganz vertieft in die engere Auswahl, als sich neben mir ein Verkäufer aufbaut. Er hat wohl vor, meinen Entscheidungsprozess zu beschleunigen, denn er hält ein Schreibbrett mit Lieferschein vor der Brust und den Kugelschreiber im Anschlag.
Eigentlich habe ich gar nicht vor, so konkret zu werden, schließlich muss ich meine Idee ja noch mit meinem Liebsten abstimmen. Ich lasse mich also nicht beirren - zunächst. Aber warum nicht mal mutig sein, denk ich mir so. Und bevor die Nähe des Angestellten unerträglich wird, sage ich: "Awa, i nähm dia jetzt oifach - auf eugene Fauscht! (Damals sprach ich den ortsüblichen Dialekt. Übersetzt: Ach was, ich nehme die jetzt einfach - auf eigene Faust!)
Der Verkäufer schaut etwas irritiert auf die junge Frau vor sich, zückt dann aber sein Brett und schreibt (verbal unterstützt) in die Zeile des Empfängers: EUGENE FAUST.
In Süddeutschland sagt man zu einer Eugenie, schon mal etwas schludrig Eugene. Für mich war das - vor dem Erwerb von Fremdsprachen - einfach ein altmodischer Frauenname aus der Generation der Groß- und Urgroßmutter, nix Judschien oder Öschän und so.
Eugene Faust - 2006/08/19 13:35
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abgelegt unter a h a - Eugene Faust
6 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
acuto - 2006/09/10 20:18
Wie schön, hier tatsächlich die Erklärung für Ihren vollmundigen Namen zu finden - und auch noch so eine feine. :-)
Liebe Frau Faust,
mit großem Interesse lese ich besonders Ihre aktuellen Einträge, weil mich das Thema weibliche Sexualität schon geraume Zeit beschäftigt, ich aber über den Aspekt, welchen Sie beschreiben, nicht wirklich Fundiertes weiß.
Da ich mir nicht sicher bin, ob Sie meine Entschuldigung an Sie noch mitbekommen haben und auch nicht, ob Ihnen Kommentare zu Ihren neuen Einträgen Recht sind, lasse ich Ihnen einfach mal einen herzlichen Gruß von östlich nach südlich da. :-)
Liebe Frau Faust,
mit großem Interesse lese ich besonders Ihre aktuellen Einträge, weil mich das Thema weibliche Sexualität schon geraume Zeit beschäftigt, ich aber über den Aspekt, welchen Sie beschreiben, nicht wirklich Fundiertes weiß.
Da ich mir nicht sicher bin, ob Sie meine Entschuldigung an Sie noch mitbekommen haben und auch nicht, ob Ihnen Kommentare zu Ihren neuen Einträgen Recht sind, lasse ich Ihnen einfach mal einen herzlichen Gruß von östlich nach südlich da. :-)
Eugene Faust - 2006/09/10 22:19
Liebe acuto,
Ihr Interesse ehrt mich natürlich und ich würde mich freuen, wenn Sie hier auch fündig werden.
Dass ich noch nicht auf ihre Erklärung reagiert habe (sorry), lag - glaube ich - daran, dass mir mein Posting im Nachhinein selbst gar nicht mehr so recht war. Fast tut's mir auch ein bissel leid, dass ich Frau E. aus P. - so scheint's - vergrault habe. Sie besucht mich nicht mehr, bzw. schweigt sich aus. (Der Herr F. war mir eh lieber. Der schweigt aber auch.)
Kommen Sie gerne wieder und Ihre Kommentare sind willkommen.
Ach ja, fast hätt' ich's vergessen: Inzwischen lebe ich im Norden. Somit gehen Grüße zurück in den (Süd-)Osten
antworten
Dass ich noch nicht auf ihre Erklärung reagiert habe (sorry), lag - glaube ich - daran, dass mir mein Posting im Nachhinein selbst gar nicht mehr so recht war. Fast tut's mir auch ein bissel leid, dass ich Frau E. aus P. - so scheint's - vergrault habe. Sie besucht mich nicht mehr, bzw. schweigt sich aus. (Der Herr F. war mir eh lieber. Der schweigt aber auch.)
Kommen Sie gerne wieder und Ihre Kommentare sind willkommen.
Ach ja, fast hätt' ich's vergessen: Inzwischen lebe ich im Norden. Somit gehen Grüße zurück in den (Süd-)Osten
g a g a - 2009/07/31 00:09
supa
Eugene Faust - 2009/07/31 01:49
Sie sind gebürtig sicher auch von irgendwo aus dem Süden der Republik, stimmt's?
antworten
books and more - 2009/08/04 16:28
*LOL!*
Des isch jo a Etymologie zom end Hos' soicha!
Des isch jo a Etymologie zom end Hos' soicha!
Eugene Faust - 2009/08/04 16:42
Ha, des hend se subber aber a wengele deftig ausdriggt. :)
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