Ich lebte mal acht Monate mit einer Frau zusammen, einer ehemaligen Prostituierten, sie war echt sexsüchtig, morgens mittags und abends sozusagen. Ich empfand das wie ein andauerndes berauschendes Fest, eine Orgie und hatte auch nichts anderes im Kopf. Nach der Trennung fiel die Sucht von mir ab, wie eine reife Frucht vom Baum. Das Leben ist tatsächlich ohne diese Sucht schöner, wie ja auch ohne die Alkoholsucht oder Nikotinsucht. Ich denke, es ist eine echte Krankheit...
Was mich sehr verwunderte, war, als ich meine Ärztin, eine Psychologin besuchte. Alle drei Monate gehe ich noch zu ihr wegen meines Tinntitus', eigentlich nur noch deshalb, dass es in den Papieren steht und mir niemand meine Rente wegnimmt. Wir plauderten ganz unverfänglich. Auf einmal sagte sie, wenn sie mal ein flüchtiges sexuelles Abenteuer haben und sich nicht sicher sind, an Aids angesteckt zu sein. Da gibt es eine Tablette, die könnte ich Ihnen verschreiben, Sie müssen sie innerhalb von 24 Stunden danach einnehmen.
Mal unabhängig davon, dass ich dankend ablehnte, ist das eigentlich bekannt? Stimmt das überhaupt? Und wenn, nur für Männer?
Grins, und wie kam diese Frau überhaupt darauf, sieht man so etwas den Menschen an der Nasenspitze an?
Ich wurde nicht angesteckt. Bei mir kam es in der Beziehung mit dem Sexsüchtigen zwar erst zu einer Anpassungsreaktion, dann zur Desensibilisierung und schließlich aber doch zu einer starken Abwehrreaktion (spät zwar). Ganz unbeschadet habe ich das damals aber nicht überstanden. Ich war einfach noch zu jung.
Ich vermute übrigens, dass Ihre Ärztin von Zidovudin zur HIV-Prophylaxe spricht, welche anscheinend vor allem bei Neugeborenen von HIV-Infizierten und Personen nach Kontamination mit infiziertem Sekret (v.a. Blut) angewendet wird.
Könnte man "so etwas" an der Nasenspitze sehen, würde man bei Ihnen denn tatsächlich etwas sehen - immer noch? ;-)
"Sexsucht" in einem Romanstoff bearbeitet hat Irvin d. Yalom mit seinem Buch "Die Schopenhauer Kur". Unterhaltsam, mit einem zwinkernden Auge bei aller Ernsthaftigkeit.
um ehrlich zu sein, war ich auch echt erleichtert, dass es vorbei war mit dieser Beziehung. So weit ich das absehen kann, habe ich keine Schädigungen davon getragen. Ähnlich, wenn man mal zuviel Alkohol getrunken hat, man sich sagt, das war nicht gut, in Zukunft lieber in Maßen. Aber es schmeckt immer noch, smile.
Das Buch habe ich gelesen. es ist ja kein literarischer Roman, aber ein sehr gut geschriebener "Erlebnisbericht" eines Psychotherapeuten, der ja selbst auch die Frauen liebte. Seine Andeutungen im Umgang mit dem Beroffenen wirklich Kranken, er selbst sei auch gefährdet, hielt ich wirklich eher für Ironie. Es ist sehr interessant geschrieben, der Betroffene wählt ja dann als Lösung die Enthaltsamkeit und identifiziert sich quasi mit Schopenhauer. Das ist schon witzig, der "Weiberfeind" Schopenhauer eigentlich ein Sexsüchtiger, der sich selbst geißelt.
Mir hat das Buch weitaus besser gefallen, als "Als Nietzsche weinte..." von dem gleichen Autor.
lieben Gruß
Mukono
Mukono (Gast) - 2007/05/29 16:34
oder
im Alter steckt man die Nase nicht mehr so vorwitzig in die Höhe...;-)
habe ich als Yalom-Fan natürlich auch gelesen. Trotzdem könnte ich keine fundierte Rezension wie Mukono dazu abgeben. Mir gefällt meist etwas oder eben eher nicht. Ich bin da ein Banause.
Dazu fällt mir ein Cartoon ein.
sinngemäß etwa:
Ein Konzertbesucher zum anderen: "Also ich fand ja das Forte an der XY-Stelle zum Fortissimo vergröbert, blabla..."
Man dreht sich zu einem weiteren Besucher um und fragt: "Und, wie fanden Sie das Konzert?"
Antwort: "Schön!"
Beide wenden sich angewidert ab und sind sich einig: "Kulturbanause!"
Sie meinen, darauf könnte Ihre Ärztin reagiert haben? Und flirten Sie etwa mit ihr?
Mukono (Gast) - 2007/05/29 16:55
Flirten!
Ich flirte doch nicht mit meiner Ärztin, grins, vielleicht flirtete sie auch mit mir? Da fällt mir ein, ich habe doch mal eine Geschichte über den Besuch bei einer Psychologin geschrieben, die suche ich jetzt raus und verlinke sie über meine Seite, ich glaube, die Frau hieß "Glück" - und ich habe wieder etwas gefunden, was mich vom Schreiben abhält...
bei Literatur weiß ich meist, warum mir etwas gefällt, Musikkritiken sind für mich Komik pur... nix verstehen, da bin ich ein Banause
Die Geschichte heißt "Das ist normal". Die Verlinkung über meine Seite funktioniert noch nicht wegen Wartungsarbeiten. Aber über Google kommt man seltsamerweise rein.
Also das mit dem Stolz kann ich für mich nicht so bestätigen. Ich hätte schon ganz gern mehr Kultur und Bildung inhaliert. Trotzdem kann ich mit dem Banausenlabel leben.
ich hasse Opern. Aber Anna Netrebko sieht einfach geil aus, wenn sie singt. Das Volk liebt sie - und die Musikkritiker machen sie regelrecht zur Sau. ja.
Ich meinte es eher scherzhaft :-) und auf das "Wie war es?", "Schön", "Banause", bezogen.
Ne, ich finde es nicht komisch, das mit der Opernsängerin und dem Unterricht und dem nie in der Oper gewesen sein. DAS mit dem Gesangsunterricht finde ich klasse.
Ich verrate dir was: Es ist ein Traum von mir, einer meiner, mal Gesangsunterricht zu nehmen. Der Schulchor reißt da nichts raus. Ich habe ein Schwäche für gute Stimmen.
Warum muss man immer weinen, wenn man ergreifende und schöne Musik hört? Ich bin ja beruhigt, dass es nicht nur mir so geht.
dass ich das bei mir immer als Sentimentalität einstufte, also keine sehr rühmliche Regung. Allerdings fällt dieser Zustand so unabwendbar über mich her, dass ich das nicht so ohne weiteres als bloße Rührseligkeit abtun kann. So ähnliche Zustände bekomme ich bisweilen auch - ACHTUNG peinlich! - als Zeuge artistischer, tänzerischer und sportlicher Leistungen. Überhaupt mit zunehmendem Alter gibt es bei mir kaum noch Film- oder Lesegenuss ohne Tränen. Aber bei Titanic blieb mein Auge trocken, wie findest du das?
Gut, finde ich das. Mir geht es ganz ähnlich. Zunehmendes Alter, gesteigerte Tränenseligkeit.
Auf ein Wort zum Zeuge sein bei Getanztem, Artistik, Sport. Auch hierbei kenne ich das Phänomen.
Ich hatte z.B. schon immer ein Faible für Tanz. Richtigen Tanz.
Diese Art der Sehnsucht, die ziehend in der Herzgegend sich bemerkbar macht, zog mich dann vor nicht allzu langer Zeit, auf dringende Empfehlung einer Bekannten "Los, jetzt mach schon, hier gehörst du hin!" hierhin http://www.tanzhaus-nrw.de/de/index.php . Bis dato fehlte die Traute, das Niveau ist ziemlich hoch (sie bilden auch Profis aus). Träume muss man manchmal angehen, sagte ich mir. Ja, ich rede mit mir :-) Und, was soll ich sagen? Seitdem bin ich sehr entspannt bei tänzerischen, artistischen Ansichten einer verträumten Dilettantin. Wäre es eine Überlegung wert, einen Artistik-Kurs in einem Zirkus zu machen? ;-)
zum Quälen. Es war schon beeindruckend, wenn da Leute mit auf dem Boden lagen, die in den bekannten Musicals mittanzten und mal eben ihre Beine neben ihren Kopf gestreckt legten. Jo. Da weiß man, wer Profi ist und wer stümpert.
Modern/Jazz und auch mal Pilates. Macht ja jeder.
Flamenco, ja damals als "Carmen", der Film, rauskam. Olé
Eugene mit Hut und steppend oder eher die irische Version?
Dies ist ein nichtkommerzielles Privatprojekt. Daher besteht auch keine presserechtliche Relevanz. Kontaktdaten können bei wichtigen Anliegen unter meiner Mail-Adresse erfragt werden
Sexsucht kann auch ansteckend sein
Was mich sehr verwunderte, war, als ich meine Ärztin, eine Psychologin besuchte. Alle drei Monate gehe ich noch zu ihr wegen meines Tinntitus', eigentlich nur noch deshalb, dass es in den Papieren steht und mir niemand meine Rente wegnimmt. Wir plauderten ganz unverfänglich. Auf einmal sagte sie, wenn sie mal ein flüchtiges sexuelles Abenteuer haben und sich nicht sicher sind, an Aids angesteckt zu sein. Da gibt es eine Tablette, die könnte ich Ihnen verschreiben, Sie müssen sie innerhalb von 24 Stunden danach einnehmen.
Mal unabhängig davon, dass ich dankend ablehnte, ist das eigentlich bekannt? Stimmt das überhaupt? Und wenn, nur für Männer?
Grins, und wie kam diese Frau überhaupt darauf, sieht man so etwas den Menschen an der Nasenspitze an?
amüsierte Grüße
Mukono, der Tageskommentator
Ich vermute übrigens, dass Ihre Ärztin von Zidovudin zur HIV-Prophylaxe spricht, welche anscheinend vor allem bei Neugeborenen von HIV-Infizierten und Personen nach Kontamination mit infiziertem Sekret (v.a. Blut) angewendet wird.
Könnte man "so etwas" an der Nasenspitze sehen, würde man bei Ihnen denn tatsächlich etwas sehen - immer noch? ;-)
na ja
Das Buch habe ich gelesen. es ist ja kein literarischer Roman, aber ein sehr gut geschriebener "Erlebnisbericht" eines Psychotherapeuten, der ja selbst auch die Frauen liebte. Seine Andeutungen im Umgang mit dem Beroffenen wirklich Kranken, er selbst sei auch gefährdet, hielt ich wirklich eher für Ironie. Es ist sehr interessant geschrieben, der Betroffene wählt ja dann als Lösung die Enthaltsamkeit und identifiziert sich quasi mit Schopenhauer. Das ist schon witzig, der "Weiberfeind" Schopenhauer eigentlich ein Sexsüchtiger, der sich selbst geißelt.
Mir hat das Buch weitaus besser gefallen, als "Als Nietzsche weinte..." von dem gleichen Autor.
lieben Gruß
Mukono
oder
Die Schopenhauerkur
Dazu fällt mir ein Cartoon ein.
sinngemäß etwa:
Ein Konzertbesucher zum anderen: "Also ich fand ja das Forte an der XY-Stelle zum Fortissimo vergröbert, blabla..."
Man dreht sich zu einem weiteren Besucher um und fragt: "Und, wie fanden Sie das Konzert?"
Antwort: "Schön!"
Beide wenden sich angewidert ab und sind sich einig: "Kulturbanause!"
Also mir gefiel das Buch.
@Mukono
Flirten!
bei Literatur weiß ich meist, warum mir etwas gefällt, Musikkritiken sind für mich Komik pur... nix verstehen, da bin ich ein Banause
lieben Gruß
Mukono
Aber dann huschhusch an die Arbeit! ;-)
es ist vollbracht
Kunstbanausenstolz
*Banausebutton vorzeigend*
"Die rote Couch" und "und Nietzsche weinte" sind auch gut.
Nein, nein Pseus.
also
Musikbanause
Mukono
Da kann ich nicht mitreden
Stolzes Inhalieren
Ne, ich finde es nicht komisch, das mit der Opernsängerin und dem Unterricht und dem nie in der Oper gewesen sein. DAS mit dem Gesangsunterricht finde ich klasse.
Ach ja und nebenbei, eine Arie von Puccini live im Wohnzimmer, und man kann die Tränen nicht mehr halten.
Verrat
Warum muss man immer weinen, wenn man ergreifende und schöne Musik hört? Ich bin ja beruhigt, dass es nicht nur mir so geht.
Ich muss gestehen,
Zeugensentimente
Auf ein Wort zum Zeuge sein bei Getanztem, Artistik, Sport. Auch hierbei kenne ich das Phänomen.
Ich hatte z.B. schon immer ein Faible für Tanz. Richtigen Tanz.
Diese Art der Sehnsucht, die ziehend in der Herzgegend sich bemerkbar macht, zog mich dann vor nicht allzu langer Zeit, auf dringende Empfehlung einer Bekannten "Los, jetzt mach schon, hier gehörst du hin!" hierhin http://www.tanzhaus-nrw.de/de/index.php . Bis dato fehlte die Traute, das Niveau ist ziemlich hoch (sie bilden auch Profis aus). Träume muss man manchmal angehen, sagte ich mir. Ja, ich rede mit mir :-) Und, was soll ich sagen? Seitdem bin ich sehr entspannt bei tänzerischen, artistischen Ansichten einer verträumten Dilettantin. Wäre es eine Überlegung wert, einen Artistik-Kurs in einem Zirkus zu machen? ;-)
Stepptanz und Flamenco
Floor barré
Modern/Jazz und auch mal Pilates. Macht ja jeder.
Flamenco, ja damals als "Carmen", der Film, rauskam. Olé
Eugene mit Hut und steppend oder eher die irische Version?
Nö, eher Fred Astaire Style
Quelle: loewe.at
Deins sieht anstrengend aus, aber attraktiver als Yoga.
Rückwärts
Meine Schwäche war ja immer das Dirndl, zumindest als Kind. Ich hatte sogar eines, heiß geliebt. Die Schürze war so hübsch.
Eugene am Meer schuhplattelnd, na, wenn das kein Traum ist! :-)
Guten Morgen *Tasse Kaffee schwenkend*
Fraun
*klong* (Des woar grad fei mei Kaffeetass) Griaß di!
Dirndl