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Mukono - 2007/05/29 14:54

Sexsucht kann auch ansteckend sein

Ich lebte mal acht Monate mit einer Frau zusammen, einer ehemaligen Prostituierten, sie war echt sexsüchtig, morgens mittags und abends sozusagen. Ich empfand das wie ein andauerndes berauschendes Fest, eine Orgie und hatte auch nichts anderes im Kopf. Nach der Trennung fiel die Sucht von mir ab, wie eine reife Frucht vom Baum. Das Leben ist tatsächlich ohne diese Sucht schöner, wie ja auch ohne die Alkoholsucht oder Nikotinsucht. Ich denke, es ist eine echte Krankheit...
Was mich sehr verwunderte, war, als ich meine Ärztin, eine Psychologin besuchte. Alle drei Monate gehe ich noch zu ihr wegen meines Tinntitus', eigentlich nur noch deshalb, dass es in den Papieren steht und mir niemand meine Rente wegnimmt. Wir plauderten ganz unverfänglich. Auf einmal sagte sie, wenn sie mal ein flüchtiges sexuelles Abenteuer haben und sich nicht sicher sind, an Aids angesteckt zu sein. Da gibt es eine Tablette, die könnte ich Ihnen verschreiben, Sie müssen sie innerhalb von 24 Stunden danach einnehmen.
Mal unabhängig davon, dass ich dankend ablehnte, ist das eigentlich bekannt? Stimmt das überhaupt? Und wenn, nur für Männer?
Grins, und wie kam diese Frau überhaupt darauf, sieht man so etwas den Menschen an der Nasenspitze an?

amüsierte Grüße

Mukono, der Tageskommentator

Eugene Faust - 2007/05/29 15:45

Ich wurde nicht angesteckt. Bei mir kam es in der Beziehung mit dem Sexsüchtigen zwar erst zu einer Anpassungsreaktion, dann zur Desensibilisierung und schließlich aber doch zu einer starken Abwehrreaktion (spät zwar). Ganz unbeschadet habe ich das damals aber nicht überstanden. Ich war einfach noch zu jung.

Ich vermute übrigens, dass Ihre Ärztin von Zidovudin zur HIV-Prophylaxe spricht, welche anscheinend vor allem bei Neugeborenen von HIV-Infizierten und Personen nach Kontamination mit infiziertem Sekret (v.a. Blut) angewendet wird.

Könnte man "so etwas" an der Nasenspitze sehen, würde man bei Ihnen denn tatsächlich etwas sehen - immer noch? ;-)
Pseuspektive - 2007/05/29 16:03

"Sexsucht" in einem Romanstoff bearbeitet hat Irvin d. Yalom mit seinem Buch "Die Schopenhauer Kur". Unterhaltsam, mit einem zwinkernden Auge bei aller Ernsthaftigkeit.
Mukono - 2007/05/29 16:24

na ja

um ehrlich zu sein, war ich auch echt erleichtert, dass es vorbei war mit dieser Beziehung. So weit ich das absehen kann, habe ich keine Schädigungen davon getragen. Ähnlich, wenn man mal zuviel Alkohol getrunken hat, man sich sagt, das war nicht gut, in Zukunft lieber in Maßen. Aber es schmeckt immer noch, smile.
Das Buch habe ich gelesen. es ist ja kein literarischer Roman, aber ein sehr gut geschriebener "Erlebnisbericht" eines Psychotherapeuten, der ja selbst auch die Frauen liebte. Seine Andeutungen im Umgang mit dem Beroffenen wirklich Kranken, er selbst sei auch gefährdet, hielt ich wirklich eher für Ironie. Es ist sehr interessant geschrieben, der Betroffene wählt ja dann als Lösung die Enthaltsamkeit und identifiziert sich quasi mit Schopenhauer. Das ist schon witzig, der "Weiberfeind" Schopenhauer eigentlich ein Sexsüchtiger, der sich selbst geißelt.
Mir hat das Buch weitaus besser gefallen, als "Als Nietzsche weinte..." von dem gleichen Autor.

lieben Gruß

Mukono
Mukono (Gast) - 2007/05/29 16:34

oder

im Alter steckt man die Nase nicht mehr so vorwitzig in die Höhe...;-)
Eugene Faust - 2007/05/29 16:40

Die Schopenhauerkur

habe ich als Yalom-Fan natürlich auch gelesen. Trotzdem könnte ich keine fundierte Rezension wie Mukono dazu abgeben. Mir gefällt meist etwas oder eben eher nicht. Ich bin da ein Banause.

Dazu fällt mir ein Cartoon ein.
sinngemäß etwa:

Ein Konzertbesucher zum anderen: "Also ich fand ja das Forte an der XY-Stelle zum Fortissimo vergröbert, blabla..."

Man dreht sich zu einem weiteren Besucher um und fragt: "Und, wie fanden Sie das Konzert?"

Antwort: "Schön!"

Beide wenden sich angewidert ab und sind sich einig: "Kulturbanause!"


Also mir gefiel das Buch.
Eugene Faust - 2007/05/29 16:43

@Mukono

Sie meinen, darauf könnte Ihre Ärztin reagiert haben? Und flirten Sie etwa mit ihr?
Mukono (Gast) - 2007/05/29 16:55

Flirten!

Ich flirte doch nicht mit meiner Ärztin, grins, vielleicht flirtete sie auch mit mir? Da fällt mir ein, ich habe doch mal eine Geschichte über den Besuch bei einer Psychologin geschrieben, die suche ich jetzt raus und verlinke sie über meine Seite, ich glaube, die Frau hieß "Glück" - und ich habe wieder etwas gefunden, was mich vom Schreiben abhält...
bei Literatur weiß ich meist, warum mir etwas gefällt, Musikkritiken sind für mich Komik pur... nix verstehen, da bin ich ein Banause

lieben Gruß

Mukono
Eugene Faust - 2007/05/29 17:14

Ich habe gerade schon mal selbst in Herbsforum danach gesucht, aber nix gefunden.

Aber dann huschhusch an die Arbeit! ;-)
Mukono - 2007/05/29 17:50

es ist vollbracht

Die Geschichte heißt "Das ist normal". Die Verlinkung über meine Seite funktioniert noch nicht wegen Wartungsarbeiten. Aber über Google kommt man seltsamerweise rein.
Pseuspektive - 2007/05/29 20:15

Kunstbanausenstolz

Frei nach dem Motto: Ich bin stolz, ein Banause zu sein. :-)
*Banausebutton vorzeigend*
"Die rote Couch" und "und Nietzsche weinte" sind auch gut.
Eugene Faust - 2007/05/29 23:39

Nein, nein Pseus.

Also das mit dem Stolz kann ich für mich nicht so bestätigen. Ich hätte schon ganz gern mehr Kultur und Bildung inhaliert. Trotzdem kann ich mit dem Banausenlabel leben.
Mukono - 2007/05/29 23:45

also

ich hasse Opern. Aber Anna Netrebko sieht einfach geil aus, wenn sie singt. Das Volk liebt sie - und die Musikkritiker machen sie regelrecht zur Sau. ja.

Musikbanause

Mukono
Eugene Faust - 2007/05/30 00:18

Da kann ich nicht mitreden

Ich war nämlich noch nie in einer solchen, obwohl ich bei einer Opernsängerin Gesangsunterricht hatte. Komisch - nicht wahr?
Pseuspektive - 2007/05/30 09:06

Stolzes Inhalieren

Ich meinte es eher scherzhaft :-) und auf das "Wie war es?", "Schön", "Banause", bezogen.

Ne, ich finde es nicht komisch, das mit der Opernsängerin und dem Unterricht und dem nie in der Oper gewesen sein. DAS mit dem Gesangsunterricht finde ich klasse.
Eugene Faust - 2007/05/30 16:44

Das war auch schön und ist nur jedem zu empfehlen, allerdings eine Frage des Geldbeutels. Damit habe ich mir einen alten Wunsch erfüllt.

Ach ja und nebenbei, eine Arie von Puccini live im Wohnzimmer, und man kann die Tränen nicht mehr halten.
Pseuspektive - 2007/05/30 17:08

Verrat

Ich verrate dir was: Es ist ein Traum von mir, einer meiner, mal Gesangsunterricht zu nehmen. Der Schulchor reißt da nichts raus. Ich habe ein Schwäche für gute Stimmen.
Warum muss man immer weinen, wenn man ergreifende und schöne Musik hört? Ich bin ja beruhigt, dass es nicht nur mir so geht.
Eugene Faust - 2007/05/30 20:27

Ich muss gestehen,

dass ich das bei mir immer als Sentimentalität einstufte, also keine sehr rühmliche Regung. Allerdings fällt dieser Zustand so unabwendbar über mich her, dass ich das nicht so ohne weiteres als bloße Rührseligkeit abtun kann. So ähnliche Zustände bekomme ich bisweilen auch - ACHTUNG peinlich! - als Zeuge artistischer, tänzerischer und sportlicher Leistungen. Überhaupt mit zunehmendem Alter gibt es bei mir kaum noch Film- oder Lesegenuss ohne Tränen. Aber bei Titanic blieb mein Auge trocken, wie findest du das?
Pseuspektive - 2007/05/31 18:51

Zeugensentimente

Gut, finde ich das. Mir geht es ganz ähnlich. Zunehmendes Alter, gesteigerte Tränenseligkeit.
Auf ein Wort zum Zeuge sein bei Getanztem, Artistik, Sport. Auch hierbei kenne ich das Phänomen.
Ich hatte z.B. schon immer ein Faible für Tanz. Richtigen Tanz.
Diese Art der Sehnsucht, die ziehend in der Herzgegend sich bemerkbar macht, zog mich dann vor nicht allzu langer Zeit, auf dringende Empfehlung einer Bekannten "Los, jetzt mach schon, hier gehörst du hin!" hierhin http://www.tanzhaus-nrw.de/de/index.php . Bis dato fehlte die Traute, das Niveau ist ziemlich hoch (sie bilden auch Profis aus). Träume muss man manchmal angehen, sagte ich mir. Ja, ich rede mit mir :-) Und, was soll ich sagen? Seitdem bin ich sehr entspannt bei tänzerischen, artistischen Ansichten einer verträumten Dilettantin. Wäre es eine Überlegung wert, einen Artistik-Kurs in einem Zirkus zu machen? ;-)
Eugene Faust - 2007/05/31 19:15

Stepptanz und Flamenco

hätten mich gereizt. Was hast du dir schönes ausgesucht?
Pseuspektive - 2007/05/31 19:40

Floor barré

zum Quälen. Es war schon beeindruckend, wenn da Leute mit auf dem Boden lagen, die in den bekannten Musicals mittanzten und mal eben ihre Beine neben ihren Kopf gestreckt legten. Jo. Da weiß man, wer Profi ist und wer stümpert.
Modern/Jazz und auch mal Pilates. Macht ja jeder.
Flamenco, ja damals als "Carmen", der Film, rauskam. Olé
Eugene mit Hut und steppend oder eher die irische Version?
Eugene Faust - 2007/05/31 23:02

Nö, eher Fred Astaire Style

Aber insgeheim stehe ich ja total auf Schuhplatteln. Da könnte ich ernsthaft schwach werden.

Quelle: loewe.at

Deins sieht anstrengend aus, aber attraktiver als Yoga.
Pseuspektive - 2007/06/01 08:20

Rückwärts

und auf Stöckelschuhen. Ist auch ein Buchtitel, wenn ich mich recht entsinne. Jedenfalls tanzte so Ginger Rogers. Ich bin dabei :-)

Meine Schwäche war ja immer das Dirndl, zumindest als Kind. Ich hatte sogar eines, heiß geliebt. Die Schürze war so hübsch.

Eugene am Meer schuhplattelnd, na, wenn das kein Traum ist! :-)

Guten Morgen *Tasse Kaffee schwenkend*
Eugene Faust - 2007/06/01 12:10

Fraun

duan ja ned Schuahplattln. Der Sinn is woarscheinli eher 's åplattelt wearn, so balztechnisch moan i, gell? Und då weard i fei scho schwach, weißt.

*klong* (Des woar grad fei mei Kaffeetass) Griaß di!
Eugene Faust - 2007/06/01 12:19

Dirndl

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Eugene Faust - 2009/12/21 14:19
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momoseven - 2009/12/21 13:58
Irre gemacht!
Das erinnert mich sehr an die grosse Spielzeugeisenbahn...
momoseven - 2009/12/21 12:40
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Eugene Faust - 2009/12/20 17:56
Jruselich!!!
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momoseven - 2009/12/20 15:25

Eugene Faust - 2009/12/20 14:06

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