15
Sep
2006

Meine achte Gesprächspartnerin Natalia

Heute stelle ich Ihnen kurz meine Gesprächspartnerin Natalia vor, die ich so gefunden habe.

Das achte Gespräch führte ich mit Natalia, einer aktiven und tüchtigen Laborleiterin Ende vierzig. Natalia lebt – nach ihrer Scheidung – seit fünf Jahren mit ihrem jugendlichen Sohn allein. Seit einem Jahr geht sie regelmäßig mindestens einmal die Woche in ihren Stammclub. Ich habe Natalia über die Freundin einer Freundin kennen gelernt, der sie auf dem Weg zum Swing*n freimütig den Grund ihrer guten Laune gestand. Außer im Labor arbeitet sie seit vielen Jahren zusätzlich für eine große Praxis und ist dadurch beruflich so eingespannt, dass sie ihre Karriere als Leistungssportlerin und inzwischen auch ihre Pferde aufgeben musste. Dass sie sich trotzdem als Gesprächspartnerin zur Verfügung gestellt hat, hat mich natürlich sehr gefreut.

Das verdichtete Gespräch mit Natalia


Die letzte Beziehung


„Es war eine Liebesheirat“
  • Ich war vierzehn Jahre mit meinem zweiten Mann zusammen. Es war eine Liebesheirat. ... Mein Mann ist dann fremdgegangen, mit einer aus dem Bekanntenkreis. Und das war für mich ein Thema: Wenn so was mal passiert! – ... Er war nicht gerade der Fleißigste und Tüchtigste, aber es war okay, denn er war so ein kümmernder Lieber, der den anderen Bereich gut abgedeckt hat. ... Ich war immer die Aktivere. ... Der Vater kümmert sich noch immer um seinen Sohn, klar. ... Der wurde In der Hochzeitsnacht gezeugt! ... Die Geburt, finde ich, ist die größte Leistung einer Frau! ...
„Das Sexualleben ließ nichts zu wünschen übrig“...
  • Ich hatte kein Verlangen nach einem anderen Partner, und ich hatte es auch nicht nötig, war so weit alles okay. An unserem letzten Tag haben wir morgens noch miteinander geschlafen, abends hat er dann mit der anderen. ... Das Sexualleben ließ nichts zu wünschen übrig. ... Obwohl ich jetzt weiß, dass es ganz gut ist, dass ich NICHT mehr verheiratet bin. Weil – was ich jetzt so alles erlebe! ...
Die Trennung
  • Gut – die Zeit, um da hin zu kommen, da hat man ja schon Schiffbruch erlitten. Man ist ganz traurig allein zu Hause, man blockt sich auch, weg zu gehen, stürzt sich noch mehr in die Arbeit, auch wenn das Kind nicht zu Hause war – da hätte ich doch Tanzen gehen können. Aber das habe ich überhaupt nicht getan. Ich bin dann lieber morgens um vier Uhr ins Labor gefahren. ... Meine Freundinnen haben mich hier und da eingeladen. Sie wollten mir immer was Gutes tun – mit Männern, die ich gar nicht kannte. Aber da war nie was dabei, oder aber die hatten immer gleich so Besitzansprüche. Die wollten mich einfach so greifen. ... Ich werde nie wieder einem Mann gehören – NIE UND NIMMER! Ich gehöre nur mir selber. Seit dem ich das so klar gesehen habe, habe ich auch nicht mehr gelitten. ... Ich habe einen guten Freundeskreis und kann mich nicht beschweren. Aber da fehlt ja immer noch mal was. ... Ich musste einen Weg finden, denn ich bin nun mal lustvoll! Das gehört ja mit zu unserem Leben.

Vorgeschichte zum Clubbesuch


Kontaktanzeigen

Natalia benutzt zu Hause in der Regel keinen Computer, und schon gar nicht, um Kontakte zu knüpfen. Sie muss die Leute sehen. Im Internet ist sie nur, um sich zu informieren. Als sie nach der verarbeiteten Trennung wieder Lust hat, mit Männern in Kontakt zu kommen, versucht sie den klassischeren Weg über Inserate.
  • Ich dachte erst an eine Annonce und habe dann mal auf zwei geantwortet. ... Aber alles gestörte Menschen – vielfach. Also alles, was so um vierzig rumläuft, ist ziemlich gestört. ... Es ging eigentlich nur um Bekanntschaft. Aber da meldet sich alles. Ich war zu der Zeit aber noch nicht so auf dem Trip, dass ich nie wieder einen festen Freund haben wollte. Ich wollte mir zwar nie wieder wehtun lassen, aber da dachte ich noch, so ohne ein bisschen Liebesgefühl geht das nicht; man muss auch mal verliebt sein, braucht mal dieses Herzjagen und Bauchkribbeln – was da eben so alles dranhängt. Ich habe mit den Treffen aber sehr schnell gemerkt, dass das alles Blödsinn ist, dass man SO sowieso nichts finden kann. Mal essen gehen ja, aber nicht mehr meine Telefonnummer geben, dass man die hinterher nicht am Telefon hat. Die wird man ja nicht los! Das ist nervig. Bei mir sind die – kurioserweise – immer alle ganz besonders anhänglich gewesen. ... Ich ziehe meist immer die an, die ’ne starke Frau an ihrer Seite brauchen, die sie ein bisschen durchs Leben führt. Und dafür sind sie dann lieb und nett. Nee, danke! ...
Der Callboy
Nach diesen Enttäuschungen sucht sie sich einmal einen professionellen Begleiter.
  • Einmal habe ich einen Callboy engagiert und dann aber gedacht: Wozu eigentlich bezahlen, wo es doch so einfach sein könnte!? Das war schon ein interessantes Erlebnis. ... Mit dem Hajo hatte ich Glück, ... ein total atypischer Typ. Der kam zu mir, letzten Sommer. Da habe ich richtig Schiss gehabt, weil ich in der Richtung noch mit gar nichts zu tun hatte. … Der sagte, wenn er mich so sieht, hat er gar keine Lust mehr zu gehen. Meistens seien das sonst so Frauen, die alle sehr korpulent und einfach nicht hübsch seien. ... Warum ich einen Callboy bräuchte und so. „Soll ich mich auf die Straße stellen und rufen: Hallo, ich möchte Sex!?“ Also mit dem habe ich die ganze Nacht verbracht, und ich habe gar nichts bezahlt. Das war ein Geschenk. Wenn ich das mal wieder nötig hätte, sollte ich mich IMMER gern wieder bei ihm melden. (lacht) Ich habe es aber nicht wieder gemacht. ... Ich wollte ihm die 150 Euro ja geben. Der hat sie mir aber wieder zurückgegeben. ... Das war schon klasse, echt gut! Da habe ich aber auch bestimmt ’ne ganze Flasche Schampus getrunken. Sonst hätte ich das nicht gekonnt. ...
Ein väterlicher Freund...
  • ...der sagte: „So ’ne Frau wie DU – ALLEINE! Dann geh’ wenigstens mal in einen Swingerclub, dass die Männer was von dir haben.“ (lacht) Ich sagte: „Nee, weiß nicht, da kann man doch als Frau nicht hingehen.“ Und er sagte: „Wieso, warst du schon mal? Da sind schon ein paar nette Damen, die da ganz alleine – das ist anders heutzutage.“ Der Mann ist zehn Jahre älter als ich. Von dem hätte ich das nie gedacht! ... Er hat schon gesehen, dass ich mich zwar verdammt gut fühle allein, ... aber dass mir etwas fehlt. ... Das Gespräch ist mir nachhaltig im Kopf geblieben. ... Und wenn ich den heute treffe, grinst er mich immer an: „Na warst wieder unterwegs?“ (lacht) ... Er selber geht auch, aber woanders, mehr so außerhalb Hamburgs, um nicht gesehen zu werden. ...
Lästige One-Night-Stands
  • Wir hatten auch mal darüber gesprochen, dass ich EWIG angebaggert werde, und die werden immer jünger – also ich werde immer älter, und die immer jünger – und dass das schon lästig ist. ... Und in der Diskothek ist das auch noch anrüchiger, abgeschleppt zu werden. ... Die meinen immer durch meine lockere Art so beim Tanzen: „Wir geh’n jetzt zu dir.“ Ich sag: „Zu mir geht überhaupt gar keiner!“ – schon wegen meinem Sohn. ... Und One-Night-Stands wollte ich auch nicht – absolut nicht! Ich dachte das zwar zwei Mal so an, aber ich war froh, dass ich das eine Mal in SEINE Wohnung gegangen bin. Ich sah die Wohnung und dachte: Danke! ... Das andere Mal hatte ich einen mit nach Hause genommen, als mein Sohn bei seinem Vater war – den wurde ich aber nicht wieder los. War schön, war nett, aber ich wurde ihn nicht wieder los. ... Das war lästig. Der hat auch ewig immer wieder angerufen – hatte ja dummerweise meine Adresse. ... Das will ich nicht mehr. ... Wehtun lasse ich mir auch nicht mehr. Ich habe damals [bei der Trennung] über ein Jahr richtig gelitten – warum eigentlich?
Singlefreuden
  • Ich kann alles entscheiden, habe keinen Schnarcher im Bett, ein großes Bett für mich ganz alleine – es gibt nichts Schöneres. Ich habe Zeit für mich. ... Ich kann nachts lesen, kann Yoga machen, Musik hören – und alles dann, wenn ich es will. ... Aber vor einem Jahr dann...
„Da war die Idee geboren“...
  • ...Und dann habe ich gedacht: Jetzt guckste mal im Internet, was es denn so für Clubs gibt, und wo es die überhaupt gibt. Und dann habe ich mal mit einer Freundin drüber gesprochen, aber die sagte: „Nein, ich war da mal irgendwo in Bramfeld in einem. FURCHTBAR! Du hast da keine Chance wieder raus zu kommen und wirst da als Nutte angesehen!“ Ich sagte: „Das glaub’ ich nicht, ich hab schon andere Sachen gehört.“ ...
„Dann habe ich mit mir so ’n bisschen gehadert“...
  • ...habe mir dann Literatur besorgt, drüber nachgedacht, war zwischendurch noch Tanzen, und dachte: Nee, irgendwie möchte ich auch gern mal wieder kuscheln. Und dann habe ich da angerufen im Club. ... Ich fuhr da immer schon mal dran vorbei und habe mich immer gewundert, warum die das ganze Jahr Weihnachtsbeleuchtung haben. (lacht) ...
„Da war eine nette Frau mit zauberhafter Stimme am Apparat“...
  • …Ich hab’ da so rumgedruckst: „Ich hab’ keine Erfahrung, keine Ahnung, aber irgendwie muss ich ja mal einen Weg finden. ... Was gibt es da für ein Muss? Was muss ich da anziehen? – und so weiter.“ Sie hat dann erst mal erklärt: „Ein MUSS ist überhaupt nicht.“ ... Total ’ne Süße! ... Ich solle doch heut’ Abend um Neun einfach mal vorbeikommen. ... „Das ist nett hier. Dann erklär’ ich dir ein bisschen.“ Und dann erklärte sie mir noch, dass mich kein Mann anfassen und berühren dürfte, wenn ich es nicht will. Und ich kann auch einfach nur SO kommen. Ich kann mich sogar – wenn ich es unbedingt will – im Rollkragenpullover hinsetzen, wird nur zu warm. (lacht) Das fand ich so nett. Das war auch so locker. ... Sie hat mir meine ganzen Wenn und Aber genommen.
Der erste Besuch

„Ich konnte eigentlich nicht mehr zurück“...
  • ...da ich zu meinem Wort stehe. Ich sagte: „Also dann komme ich.“ Ich zog einen ganz kurzen Jeansrock und ein rotes Top an. ... Sie machte mir persönlich die Tür auf: „Ah, du kannst ja nur Natalia sein, dann komm doch mal rein. Ich zeig dir jetzt erst mal, wo du dich umziehen kannst.“ Dann gab sie mir gleich einen Schrankschlüssel, und sagte: „Ich bleibe jetzt auch so lange bei dir.“ (lacht) Ich war natürlich total aufgeregt. Dann bin ich zur Bar, da saßen schon so 'n paar Herren in Shorts oder mit Handtuch, ein Pärchen – und nun ich. ...
„Man denkt im ersten Moment, man ist in einem guten Hotel “
  • Das Haus ist ja groß. ... Da sind ja teilweise bis vierzig Leute im Haus, manchmal auch nur zehn. ... Wusste ich aber nicht, hatte ja noch keine Ahnung. Ich habe dann ein schönes Glas Prosecco getrunken. ... Die Atmosphäre war wie in einer Diskothek oder wie in einem englischen Club. ... Sie hat mir dann alles gezeigt, mit Sado-Maso – oh mein Gott! Sie sagte: „Das ist jetzt nur, damit du weißt, wo du nicht hingehst.“ (lacht) Manche Zimmer haben Türen, und wenn die ZU sind, dann geht niemand da rein. Sehr hübsche Zimmer sind das zum Teil – ansprechend. ... Wenn das nur eine Bumshöhle wäre, dann hat das auch nichts von Romantik. Aber so ist das da – ein Himmelbett, ein Wasserbett – tolle Sachen, richtig gemütlich. Man denkt im ersten Moment, man ist in einem guten Hotel. Auf den zweiten Blick siehst du dann das mit den Präservativen und Tüchern. ... Es gibt auch eine Sauna, ... interessante Doppelduschen, und alles so ganz witzig gemacht. ... Und überall Bad und WC, überall Handtücher, und alles so, als wäre das ganz frisch generalgereinigt. ... Mir haben Frauen gesagt, dass es Clubs gibt, die nicht so sauber sind und nicht so gut geführt sind. Da geht man einmal hin und wieder raus. ...
Instruktionen
  • Dann kam ein junger Mann dazu, der das auch gezeigt bekommen sollte. Und da sagte sie dann auch: „Und wehe hier werden Frauen so einfach angefasst, wenn die Handbewegung eine andere ist, der fliegt raus und kommt nie wieder!“ ... Das sagte sie in meinem Beisein, damit ich auch gleich weiß, wie die [Männer] ticken müssen. ... Das kriegen grundsätzlich alle so zu hören. ... Und wer hier ohne Gummi – der fliegt auch. Das ist einfach Gesetz. ...
„Da war ich aber schon wieder so ’n bisschen von meiner Lust runter“...
  • ...obwohl es interessant war. Denn was sich da am Tresen fand, hatte irgendwie nicht so meine Sympathie – die haben zwar alle gegeiert, weil da eine schlanke Frau rein kam, aber – ... Also sie [Astrid] war klasse, aber ich bin ja nicht bi. Ich bin absolut hetero. Später kam dann ihr Mann, was ich aber erst später erfuhr, ... und noch eine Perle, die für die Sauberkeit zuständig ist – wie auf St. Pauli, so ’ne Mutti. ...
„Ich hatte mich im ersten Moment wirklich geschämt“...
  • ...dass ich das nötig habe. ... Und als wenn sie das gelesen hätte in meinen Augen, sagte Astrid: „Also mach’ dir da mal keinen Kopf. Ich finde es großartig, dass du hier bist, endlich mal eine Frau mit Mut! Hier bist du sicherer als in jeder Diskothek!“ Sie hatte Recht! Mittlerweile weiß ich das. ...
„Ben ... kam wie eine Rettung für mich“
  • Ich hatte dann schon drei Prosecco, und so viel kann ich eigentlich gar nicht ab (lacht) ... Ihr Mann [Ben] sagte: „Du musst mal ein bisschen lockerer werden – so ’ne hübsche Frau – nu mach’ dir mal nicht so viel Gedanken.“ Aber die anderen baggerten bei mir, und das war mir unangenehm – so ein Dicker und so ’n richtig Alter – nicht anzüglich, aber es war schon – also einer von denen wollte unbedingt mit mir. ... Ich war halt neu. ... Der Ben sagte dann: „Komm, ich zeig dir mal was, was du noch nicht gesehen hast.“ Das kam wie eine Rettung für mich. Dann guckte ich so zu Astrid. Das war okay, so ’n Zeichen für mich, da bist du nun bestens aufgehoben.
„Die schönste Massage“
  • Dann hat er mir einen Massageraum gezeigt, und ich habe die schönste Massage meines Lebens bekommen, so was von klasse und gut, ohne dass sich da irgendwas weiter abgespielt hat, aber schon eine Ganzkörpermassage. Er hat die intimen Stellen nicht ausgespart ... – aber nicht sofort. ... Ich fühlte mich nicht komisch oder nicht so, dass ich mich nicht hätte fallen lassen können. ... [Bedenken und Unsicherheit] hat er mir einfach alles genommen!
„Man denkt einfach zu viel!“
Später fragt sich Natalia, warum es eigentlich nicht gleich zum Beischlaf mit Ben gekommen ist, wo sie es sich eigentlich doch gut hätte vorstellen können.
  • Ich hätte mich dann nicht mehr geziert. Aber es war eben nicht so. Ich habe mir dann das Öl abgeduscht, und dachte, wenn ich jetzt wieder nach oben gehe, was denken die da von dir! ... Man denkt einfach zu viel! Und als ich wieder nach oben kam: „Na, war’s schön!? Mein Ben kann das, nicht wahr!?“ ... Da habe ich erfahren, dass Ben Astrids Mann war. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich gar nicht mitgegangen! ... Verheiratete Männer sind für mich tabu. ...
„Mir ging es richtig gut und klasse“
  • Dann war ich wieder in einer richtig fröhlichen Stimmung. Mir ging es richtig gut und klasse. Dann fragte sie, ob ich das nicht mal RICHTIG ausprobieren wollte. ... Und ich wollte das dann irgendwie auch. Dann sind wir zusammen in die Sauna. ... Sie hatte ja eigentlich oben Dienst. Und das war das Tolle, ich bin da so was von super eingeführt worden, ohne in Druck zu geraten, ohne an die Falschen zu geraten, da haben die schon für gesorgt. Ich bin so abgeschirmt worden – ohne, dass ich das merkte. ... Jetzt weiß ich, wie das geht. ... Da wird denen einfach ein Zeichen gegeben. .... Männer haben in einem Swingerclub nicht diese Rechte wie Frauen. ...

„Und dann hatte ich ein richtig schönes Erlebnis“...
  • ...Das war richtig gut. Da kam nämlich wieder der Ben in die Sauna, da war ich auch froh drum. ... Und Astrid ist dann raus: „Du hast ja nun gute Gesellschaft!“ ... Dann hat er mich einfach an die Hand genommen und ist da mit mir in einen abschließbaren Raum gegangen, hat mich auch gar nicht mehr gefragt. ... Da kam zwar wieder kurz so eine Klemme in mir hoch, ... aber ich habe mir dann auch irgendwann wirklich keinen Kopf mehr gemacht. Ich habe es höllisch genossen – es war klasse, einfach klasse! ...

Cluberfahrungen

„So was von niveauvoll und locker“...
  • ...Vom Maurer bis hin zum Industriellen ist da alles vertreten. Man merkt schon, wer was ist, an bestimmten Sachen. Galant sind auch viele – unheimlich galant! Man hat gar nicht mehr dieses Gefühl von One-Night-Stands. ... Es ist ein Spaß, den man sich da gönnt, wie Tanzen gehen. ...
„Jeder weiß, was man da will“
  • Dieses lockere Nein-Sagen ist da viel einfacher. Man lernt so viel. … Jetzt verstehe ich auch, warum man sagt, dieses anrüchige Milieu hat so was Familiäres. Es stimmt! Es ist dort auch ein bisschen verboten und heimlich. ... Ich finde es gemütlich da. Diese Harmonie und das nicht Verlogene wie auf der Straße oder in der Diskothek. ... Und es nimmt einem das Gefühl, das einem früher so eingetrichtert wurde, dieses: Man-spricht-nicht-über-Sex und Nur-mit-einem und Fürs-Leben, und nur wenn man Kinder haben will, und man muss warten mit der ganzen Geschichte, bis man verheiratet ist – mein Gott! Und das ist im Unterbewusstsein ja drin. ... Jeder weiß, was man da will. Man geht da unheimlich lieb und nett miteinander um. ... Da sind auch welche, die nie was miteinander hatten, aber wo man trotzdem diesen Gesprächskontakt hat. ... Dieses Straßen-Sprechen hat ja schon so ein bisschen St. Pauli-Charakter. ... Es ist dieses Ungezwungene, und endlich mal nicht so dieses versteckte Sich-Annähern, dieses Sich-genau-überlegen-was-man-sagt – gar Nichts! Man vergibt sich da nichts.
„Ich bin da so geschützt“
  • Und da kann mir gar keiner. Und wenn ich nicht will, wenn mir jemand komisch kommt, weiß ich sehr wohl, zu wem ich gehen kann, oder wo ich auch klopfen kann. Also ich bin da so geschützt. ...
„Ich bin mit diesem Pärchen jetzt richtig gut befreundet“...
  • ...Ich habe mit ihr aber keine Sexualität. ... Wenn ich auftauche, sieht Ben zu, dass er eigentlich immer in meiner Nähe ist. Wenn ich aber was anderes mache, ist das auch total in Ordnung. Es ist so eine Sympathie-Geschichte. Erst hatte ich Probleme, denn ich dachte anfangs, sie [Astrid] denkt, da entsteht noch eine Liebesgeschichte. Aber ich habe in einer Unterhaltung deutlich gemacht, dass ICH mich nicht mehr verlieben werde. ... Ich mag den Ben, aber er ist kein Mann, in den ich mich verlieben könnte. ... Ich war auch schon da und habe nur getanzt. Oder ich habe mit den beiden am Tresen gesessen und wir haben NUR geklönt. ... Es ist nicht immer ein Muss! Ich habe auch noch nicht EIN Mal erlebt, dass Ben dieses Zeichen zuerst gegeben hat. ... Irgendwie kommt es dann – Ja oder Nein. Aber es ist nie ein Zwang, kein gar nichts. Und für Astrid ist es kein Problem. Die sind BEIDE im Club sexuell aktiv. ...
„Ben ist für mich wie ein super Kumpel“...
  • ...Ich weiß genau, wenn da was ist, der wäre sofort für mich da. Wenn ich mal nichts gefunden habe, ist der auch für mich da. ... Man wird schon vertraut, so vertraut, dass man sich auch schon anders streichelt; weil man den anderen auch schon kennt. Das Suchen findet ja nicht mehr so wirklich statt, aber es ist ebenso reizvoll. Und es stört mich auch nicht, wenn er mal mit einer anderen losgegangen ist, und umgekehrt. Das ist alles okay. ... Mehr denke ich gar nicht über ihn nach. Solange man das im Griff hat, tut man sich selbst und auch dem anderen nicht weh. ...
Eifersucht
  • Ich weiß nicht, ob ich in so einer Beziehung leben könnte – ich glaube, dafür bin ich zu eifersüchtig. ... Aber ich bin jetzt auf dem Wege, diese Richtung auch zu lernen. Das tut mir auch gut. ... Eifersucht ist nämlich etwas, was einen so tiefgründig verletzt, was einen über lange Zeit lähmt, was einen unfähig macht, was einen krank werden lässt. Und ich weiß genau – ich bin mit Brustkrebs familiär vorbelastet – dass man mit Kummer und Sorgen und Unausgeglichenheit auch schwere Krankheiten forcieren kann. Wer glücklich, ausgeglichen und zufrieden ist, dem geht’s einfach besser. Und Sexualität und Orgasmen sind nun mal das beste Mittel, um einfach in sich fit zu sein – und auch das Lachen, diese Geselligkeit. ...
„Verheiratete Männer sind tabu“
  • Ich habe aber das alte Denken immer noch drauf: Verheiratete Männer sind tabu! Das ist immer noch ein Reglement. ... Auch in den Club kommen viele – man sieht förmlich, wo der Ring war! – die interessieren mich nicht. ... Die können sich die Zähne ausbeißen. ... Liegt vielleicht daran, dass mein Mann fremdgegangen ist. ... In meinem Freundeskreis sind viele Ehen dadurch kaputt gegangen. ... Wenn die Frauen die Männer nicht anbaggern würden, würde das nicht in dieser Häufigkeit geschehen. Das sind nicht immer nur die Männer, die fremdgehen. Dazu gehört auch immer eine Frau, die es möchte. ...
Andere Männer
  • Im Club ist Ben nach wie vor häufiger Natalias Sexualpartner.
    Jetzt bin ich auch inzwischen mit vier Männern [sexuell verkehrt], die ich kennen gelernt habe. Wobei der eine, das war nur für einmal und gut – war nicht gut. Das merkt man dann ja auch, was für einen gut ist und was nicht. Wenn man erst anfangen muss, denen zu zeigen, was man gern hat und fast einen Fahrplan erstellen muss – das brauche ich nicht! Dann ist auch alles [die Lust] schon wieder irgendwo weg. ...
Orgasmen
Bei Ben bekommt Natalia einen Höhepunkt; inzwischen aber auch bei anderen Männern.
  • Bei der Massage war das [ein Höhepunkt] ja auch schon. Da war ich total durch. Ich habe natürlich versucht, es nicht zu zeigen, obwohl es ja Quatsch war. ... Und Freitag war einer da, da sagte Astrid: „Den schnapp dir mal! Der ist total lieb und denkt nur an die Frau.“ ... Also die Swingerclub-Männer, die ich bisher mal so rangelassen habe, die geben sich SEHR viel Mühe. Da zählt wirklich die Frau an erster Stelle. ... Und eine End-Befriedigung ... kann ich ja mit forcieren, kann ja selbst auch mithelfen. ... Frauen, bei denen es in der Missionarsstellung klappt, gibt es ja nicht. ... Die machen sich selbst was vor – eigentlich schade. Wenn sie nämlich erst mal anfangen, einen Orgasmus zu türken, haben sie schon verloren. ... Ich habe es vor langer Zeit einmal gemacht, weil ich wollte, dass endlich Schluss ist. (lacht) ... Das war aber nicht klasse. Ich denke mal, es gibt nicht umsonst so viel Spielzeug. ...
„Mehrere Männer [mehr als zwei] gleichzeitig – so weit bin ich noch nicht gekommen“...
  • ...Aber das möchte ich ganz sicher mal ausprobieren. Weil – das hat man ja als junges Mädchen und auch später immer mal in seinen Träumen. Das sind ja Gedanken, die man immer wieder hat. Ob sie einem nachher gefallen, das weiß ich ja gar nicht, aber ich möchte es feststellen. Ich möchte einfach wissen, ob das toll ist oder nicht toll. ...
Später sagt Natalia dazu, dass sie schon öfter gehört hat, dass der Sex mit mehreren Männern, d. h. mit mehr als zwei Männern wirklich eine ganz andere Qualität haben soll. Inzwischen befürchtet sie jedoch, dass der Aspekt ‚Quantität’ das sexuelle Erleben mehr „zu einer Sache“ machen würde. Ihr ist nach wie vor ganz wichtig, dass „eine kleine süße Verliebtheit für den Moment mit körperlichem Prickeln und ein nettes Gespräch“ Ausgangspunkte für einen intimen Kontakt sind. Im Club sieht sie bisweilen fast angewidert, wie so manche Solodame die Männer „reihenweise abräumt“. Weil sie „Wärme statt Mechanik“ bevorzugt, sieht sie ein eigenes Engagement in dieser Richtung eher kritisch.

„Es ist auch noch ein bisschen mein Schamgefühl“...
  • ...das natürlich nicht weg ist. ... Den Wunsch [Sex mit mehreren Männern] habe ich schon, aber mit der Ausführung klappt ’s noch nicht. Angebote wären dafür genügend da. ... Aber es ist einfach noch so dieses: Natalia, was bist DU denn? ... Du bist Karrierefrau! Alles achtet dich! Dein Vater würde dich enterben, wenn er wüsste, wo du dich aufhältst! Ich hatte da immer schon Teufelchen und Engelchen vor mir. ...
„ZWEI Männer gleichzeitig“...
  • ...das fand ich klasse. Also das war total schön. Weil man da keinerlei Erwartung an dich hat, irgendetwas für einen der beiden zu tun. In dem Fall ist es wirklich so, du hast jetzt nichts zu tun, außer dich einfach nur verwöhnen zu lassen. Das ist schon was Tolles! ... Ich hoffe auch nicht, dass ich mal an was Negatives gerate und es weiterhin schön finde. ...
„Ich greife nicht irgendwas, nur um da was zu erleben“
  • Wenn sich das an dem Abend nicht wirklich so ergibt, ist das kein Beinbruch. ... Wenn es klappt, gut! Aber ich bleibe mir selber treu. Ich greife nicht irgendwas, nur um da was zu erleben – dann erlebe ich nichts mehr. Ich muss einen mögen, da muss was mit den Augen – ich muss da reinschauen können. ... Ob diese Männer nun fünfunddreißig sind – man spricht ja nicht drüber, man schätzt das ja nur so – oder Ende vierzig oder über fünfzig, JEDER hat so ’was Tolles an sich, jeder irgendwas anderes. ... Die dürfen schon jünger sein, gern sogar. Meine Ehemänner waren auch jünger. ... Riechen ist ganz, ganz, ganz, ganz wichtig. Umgangsformen insofern – es kann auch ein ganz einfacher [Mann] sein – dass er sich einfach benehmen kann, galant sein kann. ... Ich hab’ da einen Tischler kennen gelernt, der war ganz, ganz nett, TOTAL nett und zauberhaft. ... Der hat sich schon darüber gefreut, dass wir da nur zusammen gesessen und geklönt haben über alles Mögliche. ... Also der erste Moment ist für mich immer entscheidend, ob ich in diese Augen schauen kann, ob da diese gewisse Sympathie rüberkommt. Da ist weniger wichtig, ob er einen Adoniskörper hat. ... Das Wesentliche ist schon das Lächeln und die Augen. ... Und dann entwickelt sich das, man streichelt sich. ... Im Grunde ist es wie auf der Tanzfläche. Mit dem einen tanzt man lieber, mit dem anderen weniger. ...
„Nein sagen habe ich trainiert“...
Mental spielt Natalia vorher schon immer wieder bestimmte Situationen durch.
  • ...Ich hatte das auch bei Ben und Astrid erfragt. Ich sollte auf jeden Fall nichts tun, um dem anderen zu gefallen. Wenn man jemand glücklich machen will, ja natürlich! Aber nicht, wenn du das Gefühl hast, für dich wird das da nichts, denn das ist wie eine halbe Vergewaltigung. Das soll ich nicht zulassen. Die finden auch einen anderen, um zum Stich zu kommen. ... Es wird aber immer leichter. ... Gut – einige können ein Nein nicht so gut vertragen, die schießen dann schon mal quer. Aber die kommen in den Laden nie wieder rein. Die Leute [die Betreiber] können sich erstaunlicherweise gut Gesichter merken. ...
„Im Club bin ich nicht auf Partnersuche!“...
  • ...Gar nicht – ganz im Gegenteil: Ich bekomme sogar leichte Panik, wenn ich das Gefühl habe, dass jemand mich wieder – nach dem Motto: Woll’n wir nicht mal schön essen gehen? Aber wieso, ich habe doch hier alles! ... Ich habe jetzt auch nicht mehr so dieses Gucken nach Männern, wenn man so durch die Gegend zieht, was man ja sonst automatisch hat, wenn man keine sexuelle Erfüllung hat. ... Also nicht mehr dieses Denken: Lerne ich jetzt jemanden kennen. Das kommt irgendwann vielleicht ganz von alleine. Also ich gehe auch ganz ungern mit Frauen aus, weil die immer nur ihre Beziehungsgeschichten im Kopf haben. Ich habe BEWUSST keine Beziehung. Ich bin glücklich, Single zu sein. Ich sag’: „Ich lass mir den Abend nicht verderben und von euch vollheulen – von euren Beziehungen und Nicht-Beziehungen!“ ...
„Man weiß doch gar nicht, wie lange man lebt“
  • Ich hatte einen Unfall gehabt. ... Mit Schönheitsoperation ist wieder alles restauriert. ... Ich hätte auch tot sein können. Da kommen schon so Dinge wie: Man weiß doch gar nicht, wie lange man lebt. Ist es morgen? Was ist übermorgen? Dieses Thema Midlife-Crisis kenne ich nicht, hatte ich noch nie – so von wegen meines Alters – war noch nie so mein Denken, so dass man das Gefühl bekommt, ab vierzig ist es fast zu Ende. Es ist immer nur ’ne Bereicherung. Es wird der Tag mal kommen, wo man nicht mehr so aussieht, aber dann ist der Körper vielleicht auch gar nicht mehr so lustempfindsam. Alles spielt sich ein. Und man sucht sich vielleicht ’was auf geistiger Ebene. Immer so, wie einem der Körper das so, und wie einem die eigene Stimme das sagt. Und damit lebe ich gut. ...
Sehen und gesehen zu werden
  • Es ist irgendwie ein tolles Gefühl, beguckt zu werden, begehrt zu sein – auch von Leuten, die nur mal so gucken. ... Ich trage da schöne hübsche Dinge, ... einen knallroten Kimono zum Beispiel, den ich überziehe, wenn ich unterwegs bin, ... und was passendes Rotes darunter, und freche Zweiteiler. Aber nichts aus einer Beate Uhse-Zeitung. Das ist mir zu billig. Ich komme da auch gut mit an. Das finden alle immer ganz süß. (lacht) ... Aber das Zuschauen suche ich nicht. Irgendwie ist das nicht so meine Welt. ... Aber wenn andere zuschauen, das stört mich nicht, wenn die mich nicht anfassen – also in einem gebührenden Abstand. Das kriegt man oft gar nicht mit, wenn da jemand sitzt. ... Und es ist auch hoch interessant, aber es erotisiert mich nicht, anderen zuzuschauen. Es ist nicht das, was mich da antörnt. ...
Natalia fühlt sich sogar sehr „abgetörnt“, als es zum Beispiel an einem Themen-Abend mit Sexspielzeug schon im Barraum zu sexuellen Handlungen kommt. Sie verlässt an diesem Abend sehr bald den Club.

Grenzen, Tabus, Spielereien und Spielarten
  • Es gibt Dinge, die ich NIE machen würde: Analsex, Natursekt oder harten Sadomaso. Aber ich habe jetzt schon so Sachen kennen gelernt, die man sonst normal NIE kennen lernen würde: So, dass man so am Arm festgemacht ist, ein Tuch vor den Augen oder mit einer Feder abgekitzelt werden. Also das ist TOLL! Weil man kann den Geist nicht mehr einsetzen, nichts mehr kontrollieren, weil man nichts sieht. Wem soll man das sonst erzählen, dass man das mal möchte?! Da muss man schon sehr lange mit jemand zusammen sein. Die würden doch sonst was denken. Und hier ist es einfach so: „Komm, wir probieren mal was Neues!“ Oder: „Möchtest du mal was kennen lernen?“ Oder: „Ich will dir das mal zeigen! – Wenn nicht, sag’ sofort: Stopp!“ ... Wenn er aber versucht, zum Beispiel, anal was zu machen – das will ich nicht – dann macht man intuitiv so [abwehrende Geste], dann ist das sofort vorbei, ganz automatisch. ...
Männerüberschuss
  • Das ist ganz unterschiedlich. Freitag war ich da, da waren reichlich Männer. Da haben sie die Anzahl auch nicht kontrolliert. Sonst kontrollieren sie die Anzahl immer. ... Aber einen Gangbang habe ich noch nicht so mitbekommen. Es gibt zwar so Typen, die glauben, dass das so sein könnte – aber denen zieht man ja ganz schnell den Zahn. ...
Andere Frauen
  • Da sind ja auch Frauen, die sind bi – ich bin es ja nun gar nicht – und trotzdem macht man mit denen auch Scherze oder so. ... Einmal waren da zwei Frauen, die haben sich aber gegenseitig nur begleitet. Die kannten sich auch besser aus. DIE haben ganz gut abgesahnt! Die hatten ein bisschen Sex, haben dann wieder an der Bar gesessen, was gegessen, wieder irgendwie Sex – bis morgens um Drei. Also das wäre mir zu heftig. So zwei [Männer] mache ich auch. Das ist okay. ...
Safer Sex
  • Der Gesundheitsfaktor ist da sehr hoch geschrieben. Ich achte auch selber sehr genau drauf. Man sieht Hepatitis ja niemandem an, aber ich weiß schon die Schutzmassnahmen, die da ausreichend sind, damit einem nichts passieren kann. Die halte ich auch für erforderlich! ... Bei oralem Sex da gibt es ja auch einen Schutz für. ... Bei Ben habe ich das aber auch mal ohne gemacht. Das hat auch Spaß gemacht. (lacht) ... Aber wenn jemand für mich ganz neu ist, gehe ich da anders mit um. ... Sex ohne, das ist wie eine Freispritze. ... Aber viele haben ihre Frauen zu Hause, gehören also nicht gerade zur Risikogruppe.
Besser als Prostituierte
  • Es sind dort viele Geschäftsleute – auf der Durchreise. ... Die gehen dahin, auch weil es da sauberer ist – klar. Und weil es doch noch gemütlicher und netter ist als auf dem Kiez. Da ist auch nicht dieses „Abkassieren“, wo die Frauen nur zusehen, dass sie ihr Geld bekommen. ... WIR gehen ja auch aus dem genau gleichen Grund dorthin wie diese Männer. ... Man will sich was Gutes tun, und ich will damit ja kein Geld verdienen. ... Ich glaube nicht, dass die meisten Männer so viel Spaß daran haben, dafür zu bezahlen – nicht wegen des Geldes. Aber hier haben sie auch das Gefühl, sie werden gemocht, und ... man geht um ihrer selbst willen mit aufs Zimmer. So wie man das selber ja auch sieht. … Beim Callboy hat man ja auch das Gefühl, dass der das fürs Geld macht. Das ist schon komisch, wobei ICH ja Glück hatte mit dem einen. Aber der hat mir ’ne Menge darüber erzählt. ...
„Günstiger geht es gar nicht“
  • Wenn man bedenkt, es kostet für eine Frau nur fünf Euro! In der Diskothek wird man dreißig, vierzig Euro ganz locker los. ... Einige gehen gar nicht so sehr wegen des Partnertauschs hin, sondern um die Atmosphäre zu genießen. ... Schön essen kann man da auch, und man freut sich doch, zum Beispiel auch mal ein Wasserbett auszutesten. ... Im Club gibt’s Buffet und am Wochenende gibt es warmes Essen, Unmengen leckeres und frisch geschnittenes Obst, Salate, ganz tolle Sachen. Mal gab’s da Rinderbraten mit Rotkohl. ... Für die Frau fünf Euro – günstiger geht es ja gar nicht. ... Man darf nur nicht so viel Reklame für die Frauen machen, sonst wird es noch teuer. (lacht) ... Es wird aber auch immer so sein, dass eher die Männer diese Hemmschwelle verlieren. Aber es wird auch immer noch so welche geben, die einen dann als sogenannten Freibrief ansehen, weil sie ja ihre 80 oder 100 Euro da hingelegt haben. Die meinen, da hat man dann gleich zu hüpfen. ...
Nach Hause gehen
  • Man geht nicht mit Erwartungen raus, dass man da jetzt seinen Lebenspartner abschleppt. ... Ich sehe aber zu, dass ich nicht allein auf die Straße gehe – weil man ja nie weiß, ob jemand einen abpasst. Aber das geht da ganz automatisch, dass man zu zweit oder dritt gleichzeitig geht. Da achtet jeder drauf, ohne dass man was sagt. ... Es gibt ja leider solche Fälle, dass jemand nicht zum Zug gekommen ist, der einen dann draußen abpasst, ... wenn das Auto nicht direkt vor der Tür steht. Und mit dem Taxi möchte ich es eigentlich nicht machen, dann ist meine Anonymität dahin. (lacht) Aber vielleicht mache ich auch DAS mal, weil ich mir sage: „So wie es mir JETZT geht, geht’s mir so gut!“ ...
Urlaubspause
  • Ich fahre jetzt in Urlaub, und ich bin ziemlich sicher, dass ich da in keinster Weise was anfangen werde. Das wäre dann wieder so meine ALTE Schiene: Angebaggert werden von irgendwelchen Animateuren. Ich möchte auch geschätzt werden! ... Im Urlaub spricht sich das rum wie ein Lauffeuer, und man ist dann NICHTS mehr wert. Niemals! ... Schön, dann habe ich eben zwei Wochen keinen Sex, und das stört mich dann auch nicht. ...

Wer davon weiß

„Ich will nicht lügen“
  • Mein Bruder, der ist Arzt – der weiß das und findet das voll in Ordnung. Mit dem rede ich drüber. ... Freunde und Bekannte gehen mittlerweile auch schon mal irgendwo hin. ... Eine Handvoll weiß es inzwischen, und drei Mädels wissen es ganz genau. ... Meine Ex-Schwägerin will demnächst mal mit. ... Wenn ich der was Gutes tun kann, macht mich das glücklich. ... Die andere ist so gut verheiratet, da kann ich das nicht mal erwähnen. Wenn ich die auf den Geschmack bringe, dann mache ich was kaputt. (lacht) Da möchte ich nicht für verantwortlich sein. Und Jule sucht auch seit ewigen Zeiten, und wenn sie mal wieder aufhört zu suchen, geht es ihr auch wieder besser. ... Meinem Sohn sage ich nur, ich treffe mich in einem Single-Club, wo eben viele Singles hingehen. Ich will nicht lügen. ... Das ist eine Halbwahrheit und nahe an der Wahrheit. ... Er würde JETZT nicht verstehen, warum ich in einen Swingerclub gehe. ... Das kann später mal kommen. ... Die im Labor wissen es nicht. ...
„Das Gefühl von Freiheit“
Obwohl Natalia inzwischen auch aus ihrem Freundeskreis Anfragen zwecks gemeinsamen Clubbesuchs hat, geht sie konsequent alleine dort hin.
  • Die würden ja auch am Eintritt sparen, wenn man als Pärchen geht. Aber ich bin da mittlerweile so hart und sage: „Nö! Ich komme als Solodame, und ich gehe als Solodame – und nichts anderes!“ Ich möchte jetzt genau das erleben, was ICH mir vorstelle, was ICH so haben möchte, und ich möchte so frei sein und keine Rücksicht nehmen auf irgendjemanden. Ich verwöhne gerne, und ich empfange gerne, aber immer nur so, wie ICH es will. Wenn ich mit einem anderen Bekannten dahin gehe, habe ich schon wieder jemand an der Backe. Das will ich nicht. Das verstehen die aber nicht und sagen: „Wieso, wir können doch dort getrennte Wege gehen!?“ Wenn man sich da zufällig trifft, völlig in Ordnung, habe ich kein Problem mit. ... Das Gefühl von Freiheit ist ganz wichtig für mich!

Biografisches

Familie
Natalia wächst mit ihrem zwei Jahre älteren Bruder in einfachen, bürgerlichen Verhältnissen auf. Der Vater ist Installateur, die Mutter Schneiderin. Die Mutter näht nachts noch „die schönsten Kleider“. Der Vater ist in seiner Freizeit Trainer und als Vereinsvorstand verantwortlich für 600 Kinder. Schon mit sechs Jahren fängt Natalia mit dem Sport an, damit sie ihren Vater wenigstens auf dem Sportplatz sieht.
  • Das Leben war sehr sportgeprägt. Meine Mutter war leider immer so ein bisschen an die Seite geschoben. Sie war keine Sportlerin. ... Ich habe meinem Vater das sehr oft übel genommen, dass er sich so wenig um meine Mutter gekümmert hat. ...
Vor über zwanzig Jahren hat der Vater einen schweren Unfall und ist seitdem querschnittsgelähmt. Die Mutter stirbt vor neun Jahren an Brustkrebs.
  • Ich habe viel Kummer und Leid gesehen, und Menschen, die an der falschen Stelle zum falschen Zeitpunkt gestorben sind. ... Meine Mutter war eine sich selbst aufopfernde Frau, ... hat jahrelang wie im Gefängnis gelebt. Mein Vater ist heute trotz der Lähmung noch aktiv – mit Unterstützung. … Ich denke ich bin mit meiner Mutter auch heute noch in irgendeiner Form in Kontakt – wir waren auch sehr eng verbunden, gerade in den letzten Jahren. … Ich bin meinem Vater ein bisschen böse für alles. ... Er hat sich zwar immer gekümmert, ist nie fremdgegangen, ... aber meine Mutter hat eigentlich ALLES „bezahlt“. ... Das würde ich in meinem Leben nie zulassen. ...
Aufklärung
  • Ich habe schon gesehen, wenn meine Mutter und mein Vater sich geküsst haben. ... Nackt habe ich meine Eltern aber nie gesehen ... – immer Tür zu! Furchtbar! ... Aufgeklärt wurde ich von meiner Oma. ... Einen ganz kuriosen Moment erinnere ich da noch: Das war bei meiner Oma, ich war so fünf, sechs. Da amüsierte sich mein Onkel köstlich darüber, als ich mal sagte: „Da geht der Bauch auf und das Baby kommt raus.“ ... Und dann lachte der so. ... Meine Oma hat dann meinen Onkel rausgeschickt. ... Die hat mir dann wirklich alles haarklein erzählt – nicht die Bienchengeschichte. ... Die war echt klasse! ... Dann habe ich erschrocken geguckt. Aber sie hat mich beruhigt: ... „Bei dir ist das alles noch nicht vorgesehen. Du bist ein kleines Mädchen!“ ... Die hat das echt klasse gemacht. ... Ich erinnere, wie ich später einen Spaß machte und zu meinen Eltern sagte: „Ich würde gern wissen, wie das mit dem Kinderkriegen ist.“ Mein Vater druckste rum und meinte: „Muttern, das musst du machen!“ ... Ich sagte dann: „Leute, ich weiß das doch längst!“ ...
Erste sexuelle Regungen
  • Ich hatte mal einen verdammt tollen Fußballspieler im Verein gesehen, den fand ich klasse! ... Das war später auch mein erster Freund. ... Da war Wärme und ein Körpergefühl – so ein Klopfen im Unterleib. ... Mir wurde ganz komisch. ... Mit zwölf hatte ich schon meine erste Blutung. Ein Jungfernhäutchen hatte ich als Leistungssportlerin nicht mehr. ...
Defloration
  • Da kann ich mich gut dran erinnern! ... Ich war noch nicht Schulsprecherin – so dreizehn. ... Das erste Mal war nicht blutig, wie es mir andere Mädchen erzählten. ... Es war in einem Aufzug ... in einem Neubau. Ja, wo sollte man denn hin? ... Es war ja Winter. ... Der Aufzug war noch gar nicht eröffnet, da war man sicher. ... Er hatte eine Wolldecke und eine kleine Flasche Sekt mit. ... Es war klar, wir würden es tun. ... Er hatte schon Erfahrung, der war ja schon achtzehn. Er wollte es für mich besonders schön machen – ganz niedlich mit einer Kerze. ... War schon toll, und irgendwie wollte ich das auch. ... Später hat uns sein Vater erlaubt, dass wir uns heimlich im seinem Haus getroffen haben. ... Wir waren zwei Jahre zusammen. ...
Diplomarbeit-Natalia (pdf, 92 KB)



Weiter geht's erst einmal mit der Inhaltsübersicht des Auswertungs- und Ergebnisteils.


Worum geht's hier eigentlich?


Für neue Leser:
Sie lasen soeben einen Teil aus meiner Diplomarbeit.
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Really....such a important site.
4rx (Gast) - 2017/04/10 15:13
ja.
ja.
dus - 2015/12/09 10:19
Einfach nur mal so....
Schön, dass es diesen Blog immer noch gibt.
Lo - 2015/12/04 09:15

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