13
Aug
2012

X - Berufliche Wege und Stationen 93-95

Teil I, Teil II, Teil III, Teil IV, Teil V, Teil VI, Teil VII, Teil VIII, Teil IX, Nachtrag zu IX,

Meine Analyse war ja erst einmal beendet. Doch nach einer angemessenen Pause wollte ich wieder in die Arbeit an mir selbst einsteigen; nur dieses Mal nicht als Einzelperson, sondern als Teil einer Gruppe. Gemäß meiner Ambitionen wählte ich etwas mit Ausbildungscharakter und zwar Self Effectiveness Training (SET) bei Calumed e.V.*, weil die damals noch über drei Jahre verteilten Trainingsblöcke mit der Option Weiterbildung zum Atemtherapeuten angelegt waren.

Nach einer Phase der Selbsterfahrung verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Vertiefung der theoretischen Grundlagen und die Behandlung von Klienten (unter Supervision natürlich). Danach, so hatte ich das vor, wollte ich wenigstens den Heilpraktiker für Psychotherapie, den sogenannten „kleinen Heilpraktiker“ machen. Hochmotiviert organisierte ich mir schon mal alle Materialien für einen Crashkurs und den Tölle.

hp-mat

Diese Art von Lernen bereitete mir allerdings gar keine Freude. Außerdem nahm mich eine andere große Aufgabe immer mehr in Beschlag: Ein todkranker Freund (Aids im Endstadium) brauchte rund um die Uhr Betreuung, welche ich neben dem Pflegedienst im Freundeskreis organisierte und oftmals selbst am Bett saß oder seine Lieblingsspeisen zubereitete**.

Zudem wurde bald das Haushaltseinkommen knapp. Mehr dazu hier...

*Zu den Menschen dieses Vereins hatte ich schon seit Beginn meiner sieben Jahre währenden esoterischen Phase Kontakt, nämlich seit einem Schwitzhütten-Sommercamp 1989 mit Larson T. Medicinehorse und Dan Old Elk, beides Crow Sundance Chiefs aus Montana.

Daybreak Star 06

Daher kannte ich auch T., den Grund für meinen Ortswechsel. Damals konnte ich ihn überhaupt nicht ausstehen. Auch eine gemeinsame Freundin sagte einmal: Man muss ihn schon lieben, um ihn zu mögen! Im Camp wurde er von Larson T. Medicinehorse zum Schwitzhüttenleiter autorisiert. Er war nicht nur mächtig stolz, sondern direkt überheblich, fand ich jedenfalls...

In dieser Campwoche gab es noch eine nette Begebenheit, die ich euch nicht vorenthalten will: Im Talking Circle verkündete Dan Old Elk eines Tages, dass er T. nun auch einen indianischen Namen geben wolle und zwar "Walking Eagle". Man konnte förmlich sehen, wie T. augenblicklich größer wurde und wie die Brust anschwoll, freilich nur bis zur Erläuterung: Walking Eagle, verkündet Dan gewichtig, means „full of shit, cannot fly!“ Natürlich folgte großes Gelächter, was T. erstaunlich gut wegsteckte, zumindest hat er das Ganze als Lektion aufgefasst.
: )

** Bei einem längeren Hamburg-Aufenthalt 1992 hatte ich schon mal eine Sterbebegleitung in einem Hospiz gemacht, weil einem Freund, der das Hospiz mit überwiegend Aidskranken leitete, in der Sommerzeit hinten und vorne die Begleiter fehlten. Damals saß ich am Bett einer Frau, die so alt wie ich war und auch noch gleich hieß. Es war das erste Mal, dass ich dabei sein durfte, als ein Mensch den letzten Atemzug tat. Das war ein ganz großer Moment…

Fortsetzung
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Heinrich.Sch - 2012/08/13 23:30

Liebe Eugenie,
auch wenn Ihr Bericht über berufliche Wege und Stationen noch nicht beendet ist, verrät er den Lesern aber schon lange sehr viel über Ihre Gedanken, Gefühle und Einstellungen.

So fügt sich in das Bild einer schönen Frau, das Herz und die Seele eines einfühlsamen und liebenswerten Menschen.

Vermutlich haben das nicht alle "Streckenposten" an den einzelnen Stationen erkannt. Nur so lassen sich solch schreiende Ungerechtigkeiten wie ein Schulverweis o.ä. erklären. ;) Das konnte Sie aber nicht aufhalten. Hochachtung!

Gruß Heinrich

Eugenie Faust - 2012/08/14 09:03

Mein Weg war eben unaufhaltsam der krumme. : )
Falkin - 2012/08/14 09:36

mehr und mehr erschließt sich mir, warum Du mir seit "Anbeginn" derart vertraut bist... diese Synchronizitäten.... unbelievable, wie wir Brandeburger zu sagen pflegen...

..., wenn auch jedes Erleben, jede herausForderung und die daraus resultierenden EntScheidungen, wenn auch jeder umWeg, einzig fußt in der individuellen Logik, ...so scheinen wir indes bei Unterschrift des Großen Vertrages jene sehr spezielle Wanderroute mit denselben Etappenzielen gewählt zu haben...

erstaunlich, sehr erstaunlich, mehrst als erstaunlich und sehr schön.

Ich stelle mir das gerade so vor....

Seele E vor der Geburt beim Sachbearbeiter G Abteilung Lebenswege,
"Na und dann buche ich das Ding mit dem Schamasoundso. Ach und eine Ausbildung im Alternativmedizinischen, bitte. Oh! Und ganz spannend finde auch diese Hinkelsteine, die sich einer ständig in den Weg legen. "

Sachbearbeiter G: "Klar, Seele E, geht in Ordnung. Allerdings gibt es da noch ein paar Konditionen. A) du wirst als Frau inkarnieren."

Seele E "Ach, Mensch, der Mist schon wieder. Ich hab von dem ganzen Unterdrückungsmist echt die Nase voll"

Sachbearbeiter G: "Jaja, jetzt reg Dich ab, Seele E. Dann kriegst Du halt die Option, am ganzen äh Unterdrückungsmist ordentlich zu rappeln. Kriegst Du aber nicht umsonst, dafür wirst Du ein ordentlich wildes Ding sein und noch ordentlicher damit zu tuen haben, Dich selber zu bändigen!"

Seele E: "Pah, ist mir doch wurscht."

Sachbearbeiter G *seufz*: "Das sagtest Du bereits als Du damals die Kleopatra wähltest."

....später dann wird Wartenummer 667 aufgerufen.

Seele N: "Ich will das haben, was Seele E wählte."

Sachbearbeiter G *äfft Seele N nach:* Ich will, ich will... dädädäää

Seele N: "Will ich. Oder ich mach nicht mit mit dem Inkarnationsmist und erzähle den Erdlingen wie das mit der Schöpfungsgeschichte wirklich gelaufen ist, dass Gott sich ständig häutet und lissssspelt und sie außerdem eine Drachin ist und keine Schlange. Tz...."

Sachbearbeiter G *läuft vor Zorn puterrot an*: Gut, gebucht. Wirst schon sehen, was Du davon hast, Du renitentes Seelenmonster.

Vorne an der Abflugrampe.... flattert auf den Monitoren die Geburt eines bildhübschen, kleinen Mädchens mit langen, schwarzen Haaren. Aus den Lautsprechern ertönt: "Seele E, zum Einbeamen bereit machen." Eilfertige Geburtshelfer helfen Seele E ihre Flügel abzustreifen. Bevor Sie indes von dem Geburtssprungbrett springt, dreht sie sich um, kniept Seele N zu "Man sieht sich! Vive la revolucion" und entschwindet mit einem eleganten Kopfsprung ...

Im selben Moment tat unten auf Erden das wunderschöne, kleine Mädchen einen lauten, ja überlauten und trotzigen Schrei. Wie oben in der Seelenabsprungabteilung auf der Großleinwand übertragen und mitverfolgt werden konnte. Laola-Welle von den Wartenden. Ich erinnere mich als sei es gestern gewesen... ;))

Eugenie Faust - 2012/08/14 11:11

: D - Du solltest echt Comics machen!

dus - 2012/08/14 14:55

wunderlich, wie mensch es schafft, den dingen rückwirkend sinn und ordnung zu geben.
Eugenie Faust - 2012/08/14 17:32

Ein König reitet eines Tages aus, um sein Reich zu erkunden. Als er in eine Gegend kommt, in der auf jedem größeren Baumstamm mitten im Zielkreis ein Pfeil steckt, lässt er nach diesem Meisterschützen suchen. Bald präsentiert man ihm einen kleinen Jungen. Und dieser zeigt dem verdutzten König, wie er das fertig bringt. Dreimal dürfen Sie raten… ; )
Falkin - 2012/08/14 19:53

oh wie ich diese Geschichte liebe...

evtl. verrät sich daran die unverbesserliche Optimistin, in jedem Mist noch ein Goldkörnchen zu finden ;)
Eugenie Faust - 2012/08/15 09:03

@strike
Als Schützin ist das auch ganz meine Art. : )
lube - 2012/08/19 22:40

ich bin immer wieder beeindruckt von menschen, die in einem hospiz arbeiten. die mutter eines alten freundes macht das mit leidenschaft und ich habe mich oft mit ihr getroffen und lang über ihre arbeit gesprochen. mein allergrößter respekt.

Eugenie Faust - 2012/08/20 16:30

Ich bewundere das auch. Ich habe ja nur ausgeholfen.
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Really....such a important site.
4rx (Gast) - 2017/04/10 15:13
ja.
ja.
dus - 2015/12/09 10:19
Einfach nur mal so....
Schön, dass es diesen Blog immer noch gibt.
Lo - 2015/12/04 09:15

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