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Es war einmal...

15
Nov
2009

Eine scheußliche Erinnerung

Heute Nacht habe ich in Google-Earth meine Kindheitsadressen abgeklappert. Als ich gerade arglos meinen Kindergartenweg entlangdenke, überfällt mich plötzlich diese scheußliche Erinnerung. Ja, scheußlich trifft’s am besten!*

Wie üblich gehen am frühen Nachmittag kleine Kindergrüppchen den Schotterweg der Rotach entlang Richtung Baracke, in der Tante Herta das Regiment führt. Heute soll Tante Elfie die neue Donnerstagspraktikantin das Programm gestalten. Die Vorfreude ist groß, denn ich habe mich in der Vorwoche auf Anhieb ein bisschen in sie verliebt.

Etwa 10 Meter hinter uns gehen die hässlichen Zwillinge mit ihrer noch hässlicheren buckligen Großmutter aus der Brahmsstraße. Für uns, also für Ursel, Peter, meine Schwester und mich, ist sie die leibhaftige Hexe. Wir tuscheln und drehen uns immer wieder um. Übermütig durch den Sicherheitsabstand äußere ich dann auch mal deutlich lauter etwas Abfälliges über die Zwillinge, wahrscheinlich weil sie babymäßig in Begleitung sind. Aber ach, wer denkt schon an den Beschleunigungsmoment einer betagten griesgrämigen Hexe! Eh ich mich versehe schließt die stockschwingende Alte in einem Affenzahn auf und gibt mir einen festen Klaps auf den Po. Wie auf Knopfdruck und völlig gegen meinen Willen entriegelt der Muskel, der den Auslass aus meinen Eingeweiden längst zuverlässig kontrolliert und entlässt das Produkt zur falschen Zeit am falschen Ort. Es fühlt sich entsetzlich an.

Ich weiß nicht mehr, wie ich die restliche Strecke zurücklege und erinnere mich erst wieder an das jämmerliche Bild, wie ich beschämt und mutterseelenalleine im nur wenig beleuchteten Kohlenkämmerchen, dem Kindergartenkarzer, stehe. Irgendwann kommt Tante Herta wieder, bei sich eine Schüssel mit seifig trübem Inhalt. Ich soll mich hineinstellen. Es riecht stark nach Lysol. Wortlos und mit ruppigen Handgriffen werde ich gesäubert und nach der entwürdigenden Prozedur in Pullover und einer dicken wollweißen Strickunterhose mit Kordelverschluss - wahrscheinlich noch aus Kriegstagen - in den Gruppenraum entlassen.



Ich setze mich schamrot und unauffällig an den Rand. Tante Elfie sucht gerade für das pädagogisch wertvolle Kreisspiel „Ist die schwarze Köchin da“, das Mädchen, das singend um den Kreis herumgeht, und steuert freundlich lächelnd in meine Richtung. Ach wie gerne wäre ich für sie marschiert und hätte gesungen:
  • „Ist die schwarze Köchin da?
    Nein, nein, nein!
    Dreimal muss ich ’rum marschieren,
    ’s vierte Mal den Kopf verlieren,
    ’s fünfte Mal - komm mit!“
Ein „schönes Spiel“, aus dem Jahre 1897, dessen Sinn darin besteht, ein Mädchen auszugrenzen und zu demütigen! Die Kinder bilden einen Kreis, um den das Mädchen herumgeht. Es singt dabei und nimmt bei "Komm mit" immer ein Kind heraus, das sich an das vordere anhängt. So geht es fort, bis zuletzt nur noch eines übrig bleibt. Dieses hält die Hände vor das Gesicht und wird von den anderen umhüpft.
  • „Ist die schwarze Köchin da?
    Ja, ja, ja!
    Da steht sie ja.
    Da steht sie ja.
    Pfui, pfui, pfui!“
Eigentlich wäre diese Schlussrolle geradezu perfekt! Jetzt spricht sie mich tatsächlich an. Hilfe, wo ist das Loch, in das ich versinken kann? Natürlich bin ich um keinen Preis der Welt zu überreden.

Der Nachmittag geht irgendwie vorbei und bald steht der Heimweg an – in Pulli und dieser grauenhaften Grobstrickunterhose! An der großen Kreuzung übernimmt eine Mutter die Kinderschar und einen verräterischen Beutel mit notdürftig gewaschenem Inhalt. Sie wird schnell ins Bild gesetzt. Wer das bei meiner Mutter übernimmt, weiß ich nicht mehr. Zum Glück wird jedenfalls kein Wort mehr über diese schmachvolle Angelegenheit verloren.

*v.a. wenn man den Umlaut geringfügig verändert. :)
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10
Aug
2009

Klein-Eugene spielt Frisör

Über uns wohnen Herings mit ihren beiden Sprösslingen Ursel und Peter, in der Dachwohnung Meiers und deren Kinder Bubi und Christel. Neben vielen Nachbarkindern gehen wir alle, sofern katholisch, in den Kindergarten, der in der Baracke am Fluss eingerichtet ist. (Edwin, das Einzelkind, ist mir wegen Langeweile fast entfallen. Vielleicht war er aber auch einfach nur evangelisch.)

In den Ferien spielen wir natürlich den lieben langen Tag ums Haus herum. Bei schlechtem Wetter sind die Kellertreppe, der Fahrradkeller und die Waschküche Spielplatz. Wenn Lausi aus dem Nachbarhaus da ist, muss man als Mädchen sehr auf der Hut sein. Denn dann ist das Spiel „Deckel hoch, der Kaffee kocht“ angesagt. Dabei hält Lausi das Mädchen fest, während Bubi mit dem Spruch ihren Rock hochhebt und die Unterhose Richtung Knöchel reißt. Aber heute streunen sie durch die Gegend und ich spiele mit Christel auf der Kellertreppe ungestört Frisör.

Christel ist jetzt nicht gerade das was man ein bildhübsches Mädchen nennen würde, aber ihr Kopf wird von einer wunderschönen hellblonden Engelslockenpracht geziert, die meist in Form eines üppigen Pferdeschwanzes gebändigt ist. Gekämmt wird heute pantomimisch, denn wir haben keine Bürste. Was ich aber habe, ist eine kleine Papierschere, und Christel ist einverstanden. So schwer ist das gar nicht. Man muss nur feinsäuberlich den Schwanz über dem Zopfhalter absäbeln. Nach getaner Arbeit zeige ich ihr stolz das Resultat. Christel freut sich. Frau Meier gar nicht.

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Sie bekommt einen hysterischen Anfall, schreit Zeter und Mordio und klingelt Sturm. Laut anklagend und Rotz und Wasser heulend wird das Corpus Delicti der ahnungslosen Frau Mama entgegengestreckt. Diese ist nun völlig entsetzt. Nein, diese wundervollen Prachthaare!

Das verbrecherische Tun verlangt natürlich die Höchststrafe: Den Hintern mit dem Teppichklopfer versohlt und ohne Abendessen sofort ab ins Bett! Ich habe Christel nie wieder mit langen Haaren gesehen.
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7
Aug
2009

Sommer vor 50 Jahren

Manche meiner Kindheitserinnerungen sind mit dem richtigen Auslöser sofort präsent. Keine konkreten Episoden, vielmehr so atmosphärische Mehrfachüberblendungen von Ähnlichem. Dazu gehört ein Sommertag im Strandbad. Erinnerungsauslöser sind blauer Himmel, Sonnenschein, Wasserglitzern, eine ganz bestimmte Luft, dezenter Freizeitlärm und vor allem Gerüche.

Damals sind wir erst zu viert: Papa, Mama, meine Schwester und ich. Die Mutter hat am Vorabend schon köstliche Floischkiachla (Frikadellen) und Kartoffelsalat vorbereitet. Mit Schwimmring, Frosch, Fisch, Schäufele und Eimerle bepackt geht es schon früh morgens mit dem Fahrrad los. Ein Auto hat damals nur Herr Meier aus der Dachwohnung. Und das ist immer noch aufgebockt.



Klein-Eugene sitzt beim Vater auf dem Lenkersitz, die Schwester bei der Mama. Ich weiß noch genau, wie das „Sitzerle“, eine Schale aus Blech, aussieht. Mein Vater radelt mit ausgestellten Knien. Ab und zu streift mich etwas sanft.

Wir gehören zu den ersten Besuchern und werden vom Bademeister freundlich begrüßt. Man kennt sich, denn mein Vater ist Rettungsschwimmer bei der DLRG. Auf dem Weg zu den Umkleidekabinen kommt man an einem Trinkbrunnen aus Granit vorbei. Vögel zwitschern, die Morgensonne scheint auf die Holztüren und der verheißungsvollste, wunderbarste Kindheitssommerduft entfaltet sich richtig: Stein, Holz, See, Gras, feuchter Stoff, Gummi, trocknende Feuchtigkeit aus dem Holzrost am Boden, Schweiß, Moder, ein klitzekleiner Hauch von Urin und als krönende Kopfnote gesellt sich Sonnenmilch dazu. Heissa es kann losgehen!

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(von rechts nach links: Mama, Klein-Eugene, kleine Schwester)
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17
Mai
2007

Kleinholz macht auch Mist

Nein, ich habe mir nicht eigenmächtig ein Stöckchen aus der Luft gegriffen. (Gerade fliegen nämlich einige Hölzer durch Bloghausen.) Aber die Nella aus dem Niemandsland hat Sehnsucht nach einem neuen Beitrag, und - Synchronizität der Ereignisse!- gerade habe ich beim Blog-Cruisen das Schrankholz entdeckt. Jetzt könnte ich der Nella ja leicht den Wunsch erfüllen, es im Flug abgreifen und hier Content schaffen, indem ich den Content meines Kleiderbehälters ablichte und noch ein wenig dazutexte. Aber um Himmels willen, never ever!

Ihr müsst nämlich wissen, dass das Thema Schrank ein Thema für sich ist, bei mir.

In meiner Umgebung brauche ich eine klare Linie, d. h. um mich herum muss Ordnung herrschen! – jedenfalls auf den ersten Blick... Denn bei mir sollte man besser keine Schränke öffnen. Bei diesen sind vor allem die Türen und Schubladen wichtig. Die brauche ich zum effektiven, sprich schnellen Aufräumen. Und das geht so: Schranktüre/Schublade auf, Stapel/Haufen oder Knäuel rein, Schranktüre/Schublade zu. Fertig! Sofort habe ich eine klare Linie in meiner Umgebung. In meinem Haushalt gibt es viele Schränke.

Ich bin allerdings keine, die ihre Schlampigkeit mit ‚Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen’, verteidigen würde, oh nein. Vielmehr leide ich unter meiner Unfähigkeit, wichtige Sprichwörter zu beherzigen – ‚Jedes Ding an seinen Ort’ usw., ihr wisst schon. Das wurde mir einfach nicht in die Wiege gelegt oder schon früh ausgetrieben. So, und da schließt sich vielleicht gleich der Kreis.

Kurze Rückblende:

Klein-Eugene, die weiß, dass sie mal wieder ihren Schrank misten muss und es auch vorhat – irgendwie, irgendwann – liegt noch auf ihrem Bett und liest. Die Mutter reißt die Zimmertüre auf und mault rum: „Wenn Du nicht bald deinen Schrank ordentlich aufräumst, werf’ ich dir den gesamten Inhalt vor die Füße.“ (Das bitte ich, sich in rabiatem Schwäbisch vorzustellen.) Die jüngere Schwester war schon brav und schaut triumphierend in Eugenes Richtung. Die Kleinste spielt unbehelligt weiter, sie ist noch zu klein, um sich in hauswirtschaftlichen Tätigkeiten zu üben. Mutter verlässt schnaubend das Zimmer. Das Buch ist spannend. Gefühlte wenige Minuten später baut sich Frau Mutter erneut und mehr als entschlossen vor Eugene auf. „So, jetzt reicht’s!“ Energisch stürzt sie sich auf die Schranktüre. Sie droht nicht – nein – sie handelt. Jetzt! Schrank auf, alles raus.

Eugene legt geschlagen das Buch zur Seite. Alle anderen verlassen das Schlachtfeld. Da sitzt sie nun verzweifelt vor dem Berg und weiß nicht wo anfangen. Die latente Motivation, ihre Pflicht zu erfüllen, die vor dem Ausbruch der Erziehungsberechtigten noch da war, natürlich wie weggeblasen. Es ist eine Qual, sich lustlos solch einer Anforderung zu stellen. Eugene weint erst einmal und stellt sich das schlechte Gewissen der bösen Mutter vor, wenn sie am Grab ihrer Tochter steht, die nur noch im Tod einen Ausweg sah.
So, liebe Nella, jetzt weißt Du, warum ich nichts tun/schreiben kann, wenn es dringend von mir erwartet wird.;-)
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22
Feb
2007

Jetzt wo* alles wieder vorbei ist...

...fällt mir ein altes Foto in die Hände (pünktlich zu Aschermittwoch natürlich).

Fasching1959

Hinten steht draufgekritzelt :

Angeloa: "Da vorne ist das Haus, wo* man die Schlankheitskur machen kann."

Eugene: "Ich muss da nicht hin. Ich möchte jetzt lieber eine Schweinshaxe."

(Meine Schwester fand das als Jugendliche wohl witzig. Damals kommentierte sie auch schonungslos meinen Pubertätsspeck: "Du hast einen håsch 'n Arsch, wie ein wia 'n Brauereigaul!")

*Das Haus steht, wie man unschwer erkennen kann, in Schwaben.
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6
Dez
2006

Vor X Jahren wurde ich nicht vom Storch gebracht...

...sondern vom bild1
Dem Guten habe ich dann an meinem 4. Geburtstag, also heute vor X - 4 Jahren, unter Tränen meinen heißgeliebten Schnuller gegeben.





















Und nun für ganz Pfiffige ein Bild, mit dem man X lösen kann.

radix-eugene

Ach, und bevor ich's vergesse, über Google wurde auch schon angefragt. Es gibt dieses Jahr aber keine!
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10
Nov
2006

Verwirrendes Gefühl - Eine Jugenderinnerung

Ich nehme jetzt doch am Bistro Poetry Special Award 2.0 (für erotische Gedichte, in denen drei Lebensmittel vorkommen) teil.


******************************************************
  • Heut’ ist mein Tag! Du willst mit mir
    Auf Unterricht verzichten*
    Wir geh’n beschwingt im Schulquartier
    Das Taschengeld vernichten
  • ’Ne nette Kneipe hat schon auf
    Wir sind die ersten Kunden
    Bald nimmt das Schicksal seinen Lauf
    Rein gar nichts ist erfunden
  • Wir setzen uns, mein Herz klopft wild
    Das weißt du aber nicht
    Oh du, du meiner Träume Bild
    Jetzt seh’ ich dich von Angesicht
  • Du orderst Cola und ich auch
    Für unser Rancherfrühstück**
    Ich habe zwar noch nichts im Bauch
    Doch mir reicht Liebesmystik!
  • Wir plaudern über dies und das
    Mir ist das ganz egal
    Viel wicht’ger ist, ich spür' da ’was
    Und zwar zum ersten Mal
  • Das Zeichen ist mir schon genug
    Bin selig wie noch nie
    Was ich da fühl’ ist sanfter Druck
    An meinem linken Knie
  • Der Kellner kommt an unsern Tisch
    Das Eis im Glase klirrt
    Dein Blick ist cool fast wie beim Fisch
    Jetzt bin ich doch verwirrt
  • Könnt’s sein, dass du zu schüchtern bist,
    Ermutigung dir fehlt?
    Was ist’s was du an mir vermisst
    Damit 'was vorwärts geht?
  • Ich rede bald von Freizeitfreuden
    Und sinnlichen Genüssen
    Bald von Musik und schönen Leuten
    Will dir die Zeit versüßen
  • Weil wir nun Appetit bekommen
    Wird flugs ein zweiter Gang bestellt
    Vom vielen Reden ganz benommen
    Entscheid’ ich – ach was kost’ die Welt –
  • Ein Pärchen Weißwürst’ denn um zehn
    Passt das schon wunderbar
    Wir wollen auch noch gar nicht geh’n
    Physik eh sinnlos, klar
  • Mein linkes Knie wird immer noch
    Von deinem sanft berührt
    Ich wund’re mich ein wenig doch
    Dass dich das nicht geniert
  • Lass dir durch deine Haare streichen
    Und mich an deinen Lippen laben
    Für heute würde mir das reichen
    Du scheinst mich lieb zu haben
  • Die Weißwurst dampft, ich werde sie
    Für dich erotisch zutzeln
    Und wenn du dann bewegst dein Knie
    Lass ich dich etwas brutzeln
  • Gedacht – getan! Ich geb’ mit Müh',
    Dich kunstvoll zu verführen
    Doch irgendwie ist zehn zu früh
    Es will nicht funktionieren
  • Mein linkes Knie fühlt nach wie vor
    Beseligend den Touch
    In mir schreit’s jubelnd: „Gimme more!“
    Ich rede weiter Quatsch
  • Den süßen Senf leck' ich derweil
    Genüsslich von den Lippen
    Doch zwischen uns da ist ein Keil
    Ich darf nicht an dir nippen
  • Erst bist du schüchtern, dann immun
    Lässt dich zu nichts verleiten
    Was kann ich Arme jetzt noch tun,
    Soll ich denn mit dir streiten?
  • Nun stehst du auf, ich bin verwirrt
    Nicht weil du das jetzt machst
    Nein - feststeht, ich hab’ mich geirrt
    Dass DU ’s Gefühl entfachst
  • Du bist nun fort, an diesem Ort
    Für kleine Königstiger
    Ich fühl' am Knie am linken dort
    Noch immer dieses Fieber
  • Wie kann das sein, ich werd’ verrückt
    Ich bin doch noch bei Sinnen
    Schnell überlegt und mich gebückt
    Da kann ja was nicht stimmen
  • Und in der Tat - es muss so sein -
    Mein Knie hat Gegendruck
    Doch nicht durch edles Männerbein
    Fahr' hoch mit einem Ruck
  • Verheißungsvoll am linken Knie
    Ich seh’s schlagartig ein
    Befand sich das von dir gar nie
    Es war des Tisches Bein
  • Wild stürmt Gefühl von Peinlichkeit,
    Gedanken intensiv
    Da hilft jetzt nur noch Ehrlichkeit
    Ich war wohl zu lasziv
*******************************************************

* das kam in dieser Zeit häufiger vor und hatte Konsequenzen, was man
hier bei Interesse nachlesen kann.

** Cola und Zigaretten

*******************************************************
Hier kann man die Beiträge der anderen Teilnehmer lesen und noch bis zum 24. November abstimmen.
1183 x aufgerufen abgelegt unter Es war einmal...

28
Okt
2006

Mal wieder eine kleine Auflockerung

und damit man auch mal sieht, wozu Sex noch gut sein kann.

Kürzlich fiel mir beim Stöbern dieses Bild meiner Erzeuger in die Hände.

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Es zeigt sie etwa drei Jahre bevor das Produkt die Welt zu Gesicht bekommt.

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456 x aufgerufen abgelegt unter Es war einmal...

25
Aug
2006

Ein Geständnis mit Hintergrund

Dem Steppenhund habe ich kürzlich gestanden, dass ich den Hochschulzugang ohne Abi/Matura erreicht habe (nämlich über § 31a des Hamburgischen Hochschulgesetzes, demzufolge es möglich ist - bei entsprechender beruflicher Qualifikation und Erfahrung - über eine Eingangsprüfung, bestehend aus drei schriftlichen Arbeiten und einer mündlichen Prüfung, seine Hochschulreife unter Beweis zu stellen. Mit dem Noten-Ergebnis bewirbt man sich dann wie jeder Abiturient und zu den gleichen Bedingungen um einen Studienplatz)

Diese Prüfung war der Versuch, eine von mir fast stigmatisierend empfundene Kerbe in meiner Bildungsbiographie auszuwetzen: Meinen Schulverweis in der Oberstufe!

Das Scheitern damals ist allerdings keine Schmunzelgeschichte. Um also vielleicht eher romantische Vorstellungen zu einem Schulverweis an die tatsächlichen Umstände anzupassen, erzähle ich mal ein bisschen.

Nach der mittleren Reife durfte ich als gute Schülerin der größenmäßig recht überschaubaren katholischen Mädchen-Realschule (von Franziskanerinnen mit starker Ausrichtung auf musische Fächer, Hauswirtschaft und Sport geführt) - wir nannten sie Sanktus - auf eigenen Wunsch an das öffentliche Gymnasium wechseln.

Leider als einzige in jenem Schuljahr. Nur meine beste Freundin ging parallel ans sogenannte "Kochlöffelgymnasium", ein vielfach belächelter Ausbildungsgang für zukünftige Lehrerinnen und Hauswirtschaftsleiterinnen, oder so. Ich fühlte mich zu Höherem berufen.

Die Situation aber, die ich an dieser höheren Bildungsstätte vorfand, hat mich von Anfang an überfordert, ohne dass ich das damals hätte benennen können.

Sie müssen sich vorstellen, dass ich von einer recht beschützenden Schule kam, in der eigentlich jeder jeden, vor allem mich und meine Schwestern kannte, denn mein Vater war Elterbeiratsvorsitzender, ein Posten, den ihm seine Popularität durch einen lustigen Auftritt bei einem Schulfest bescherte.

Nun kam ich also zum ersten Mal in meinem Leben in eine sehr große gemischtgeschlechtliche Klasse, in der ich nur einen einzigen Menschen kannte: Angelika, die Klassenbeste der 11a! Sie wohnte in der Wohnung über uns, war aber schon von Klein auf eine erklärte Feindin. Ich weiß heute nicht mehr weshalb. Aber KEINER mochte sie! Na ja - Kinder eben! Sie war also für mich - sei's auch nur als Gesprächspartnerin in Schulangelegenheiten - i n d i s k u t a b e l. Dass ich gerade zu dieser Kuh (sorry Angelique) in die Klasse kommen sollte, traf mich völlig unvorbereitet und echt hart.

Und dann die vielen Jungs! Bisher war ich nur im Kindergarten und beim Spielen mit ihresgleichen zusammen. Zuhause war mein Vater der "EINZIGE Junge neben vier Weibern" - wie er zu sagen pflegte. (Natürlich gab es auch schon Männer in meinem Leben, da ging es allerdings eher um Ero- und Romantik. Und die waren halt auch schon älter!)

Am ersten Schultag also gleich dieser Schock: Die ... von oben und diese ungewohnte Menge gleichaltriger Adoleszenter des anderen Geschlechts! (mit einer Ausnahmeerscheinung) Der Klassenlehrer, ein irritierend gutaussehender Mann, hat dann in der ersten Stunde zwar einmal vage in meine Richtung genickt, das war's dann aber schon. Keine Begrüßung, keine Vorstellung, keine Einführung, kein gar nichts, nicht mal ein Zettel!

Für die verschiedenen Fächer war man dann ständig auf Wanderung in andere Räume. Nicht nur die ersten Tage bis alles rund läuft. Nein - das blieb so! Nirgends konnte man sich an SEINEM Platz fühlen. In der Klosterschule ging man höchstens 3-5 Mal die Woche für ein zwei Stunden in einen Funktionsraum. Das war's dann schon mit Abwechslung. Am Gymnasium war es wie an der Uni. Und jedes Fach unterrichtete ein anderer und mir völlig fremder Lehrer. Die ständige Neuorientierung in ungewohnter Umgebung an ungewohnte Menschen war der totale Stress.

Aber das Allerschlimmste war, dass ich den Anschluss gerade in meinen beiden liebsten Fächern Mathematik und Französisch nicht mehr fand. Die Gymnasiasten waren am Ende der Zehnten einfach schon viel weiter als "wir von den Nonnen". Weil aber mein Notendurchschnitt recht gut war, ging der Wechsel ohne Aufnahmeprüfung problemlos über die Bühne. (Im Nachhinein muss ich sagen - leider!)

Ich sage nur: Drei über vier gleich vier über drei - klingt doch logisch, oder? Die Beweisführung, dass diese Aussage stimmt, hatten meine Mitschüler beispielsweise schon drauf. Ich hatte überhaupt keinen Zugang mehr zu dieser zunehmend rätselhaft werdenden Oberstufenmathe. Bis ich fast 30 Jahre später zu studieren begann, hatte ich wiederkehrend einen Alptraum: Ich sitze in einer Klausur und verstehe nur Bahnhof - SCHRECKLICH!!!

Was macht man nun in so einer Situation, wenn man sich und anderen nicht eingestehen kann, dass man ein Problem hat? An meine Eltern als Anlaufstelle hätte ich im Traum nicht gedacht. Mein Bildungshunger war denen eh' suspekt, und ich rebellierte außerdem heftig gegen sie, wenn auch überwiegend durch ein lügengedecktes Doppelleben (ganz entgegen meiner Wahrheitsliebe - ich fand aber, dass sie selbst daran schuld hätten, würden sie mich nicht so streng bewachen... naja, aber das ist eine andere Geschichte...)

Was macht man also? Man schwänzt - immer öfter - immer länger - und schließlich gaaanz lang. Und fälscht regelmäßig die Unterschrift des Vaters. (Ich kann sie heute noch!) In den ganzen vier Monaten, die dieses Drama anhielt, habe ich keine einzige Klausur mitgeschrieben. Als alles aufflog erhielt ich meine letzten Schläge von Mutterhand und die Gewissheit, dass es jetzt mit dem Ernst des Lebens losgeht.
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Eugene Faust

Empfang

Herzlich willkommen

Gruppenraum

*
Die Leserschaft, die lächelt leise, Frau Faust...
la-mamma - 2009/11/28 20:14
Habe mich soeben entschieden
hier ab 1.12. an einem Adventskalender zu basteln....
Eugene Faust - 2009/11/28 18:20
Und wenn die Momo kommt...
Und wenn die Momo kommt zur Ruh', auch's Hündlein...
Eugene Faust - 2009/11/28 18:17
Adventliche Grüße
Im Internet, da kann man 's lesen So schön wie...
HARFIM - 2009/11/28 18:14
:-)
Und zudem putzt sie Horst mit Ecken bereinigt frisch...
momoseven - 2009/11/28 17:31
Und in der guten Stube...
Und in der guten Stube drinnen, da liegt die Momo...
Eugene Faust - 2009/11/28 17:15
Immer wieder herrlich!
Und passt sehr gut zu meiner derzeitigen persönlichen...
momoseven - 2009/11/28 16:41
Schwäbisch für...
Eugene Faust - 2009/11/27 18:23
A Nixle imma Büchsle...
O schöne Zeit, als man vor Geburtstag und Weihnachten...
Eugene Faust - 2009/11/27 17:36

walhalladada - 2009/11/27 13:34
Über Ihre Quelle
gelangt man noch zu weiteren unverzichtbaren Alltagshilfen....
Eugene Faust - 2009/11/27 12:33
@rosmarin
Ich verstehe nur station... :)
Eugene Faust - 2009/11/27 12:29
Ein Regenschirm mit Doppelnutzen.
Ein Regenschirm mit Doppelnutzen.
virtualmono - 2009/11/27 05:29
...und das ist
kickich!
rinpotsche - 2009/11/27 02:16
Ja, oben kann man die...
(auf dem eingespannten Blatt Papier)
Eugene Faust - 2009/11/27 02:13
kann der auch deutsch?
rosmarin - 2009/11/27 00:43
Die braucht man tatsächlich...
(Hoffentlich ging alles gut bei Ihnen!)
Eugene Faust - 2009/11/26 23:02
*verbeugt sich*
Die Freude ist ganz meinerseits, du Liebe!
Eugene Faust - 2009/11/26 23:01
Ich bin nachgerade paralysiert...
Ich bin nachgerade paralysiert von diesem Ihrem Medium,...
walhalladada - 2009/11/26 22:35
Kurze Werbepause
new book smell
Eugene Faust - 2009/11/26 21:52

In Eugenes Akten stöbern

 

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